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— 1149—
„Verzeihen Sie, wenn ich indiscret bin. Waren Sie mit der Sängerin befreundet?“
„Perſönlich nicht.“
„Und dennoch folgen Sie ihr hieher?“
Ferdinand biß auf die Lippe; die Frage war allerdings ſehr indiscret, ſie brachte ihn in Verlegenheit.
„Ich habe ihr eine Nachricht zu bringen,“ ſagte er.
Mylord Stanhope lächelte ironiſch und warf einen verſtohlenen Blick auf den jungen Herrn, deſſen Verlegenheit ihm nicht ent⸗ gehen konnte.
„Hätte das nicht brieflich abgemacht werden können? fragt er.
„Nein.“
„Ich ſange an zu fürchten, daß Sie uns die Nachtigall ent⸗ führen wollen. Das wäre grauſam und—“
„Mylord, ich glaube, daß dieſe Furcht, inſofern ſie auf meine Perſon Bezug nimmt, unbegründet iſt,“ ſagte Ferdinand, auf den Kam merdiener zeigend, der in dieſem Augenblick zurückkehrte„Er bringt keine gute Nachricht“
„Nun?“ fragte der Lord haſtig, als der Diener vor ihm ſtand.
„Die Damen haben uns verlaſſen, Mylord.“
„Aber wie iſt das möglich? Ich hoffe, daß ſie in keiner Weiſe beläſtigt worden ſind⸗—“
„Gewiß nicht, Mylord. Ich kann an ihrem Auszuge nicht zweifeln, denn das Gepäck iſt verſchwunden.“
„Und ſie haben keinen Brief hinter aſſen?“ fragte Ferdinand
„Ich habe nichts derartiges geſehen.“
„Sonderbar, höchſt ſonderbar,“ ſagte der Lord nachdenklich. „So ganz ohne Abſchied abzuziehen— lag denn gar kein Beweg⸗ grund vor, der dieſes räthſelhafte Verſchwinden einigermaßen rechtfertigen könnte?“
„Ich wüßte keinen,“ erwiderte der Kammerdiener.„Ich erinner⸗ mich nur, daß die Damen äußerten, es gefalle ihnen in London ganz und gar nicht, und ſobald ſie könnten, würden ſie nach Deutſchland zuruͤckkehren.“
„Sollten ſie dieſen Entſchluß ausgeführt haben?“ wandte der Lord ſich zu Ferdinand.
„Ich glaube es nicht, Mylord. Signora Arabella war durch


