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Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 3. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
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— 847—

zuhe Willy wandte ihm den Rücken, die cyniſche Roheit widerte

ihn an.

„Du willſt mir noch immer nicht glauben,“ fuhr der alte

Mann fort, während er die grauen Haare aus der Stirne ſtrich,

„ich weiß wohl, wie wehe es thut, wenn alle Ideale mit roher

ment Fauſt zertrümmert werden, hab's ja an mir ſelbſt erfahren. Aber

3 es iſt beſſer, daß dieſe Ideale in Trümmer gehen, als daß man ſie anbetet, ich habe von ſolchem Götzendienſt nie viel gehalten.“ „Nur kommt es dabei nur darauf an, wer ſie zertrümmert,“

8 erwiderte Willy achſelzuckend.„Hellmuth hats beſſer gehabt—“

„Du lieber Gott, weshalb ſollten auch ſo beſcheidene Wünſche,

wie Hellmuth Waldſtern ſie hegt, nicht in Erfüllung gehen! Das

ſchlichte Naturkind vom Lande mußte ſich ja ſehr geehrt fühlen durch die Werbung eines Künſtlers!“

„Und er iſt glücklich!“ ſagte Willy bitter.

n„Wollen ſehen, wie lange dieſes Glück währt. Wenn die Flit⸗ terwochen verſtrichen ſind, könnte es dem Bildhauer doch klar wer⸗ den, daß er einen Mißgriff gethan hat. Die proſaiſchen Anſich⸗ ten ſeiner Frau, die er jetzt noch originell und naturwüchſig fin⸗ det, werden dann ihn zurückſtoßen. Mit dem Gürtel mit dem Schleier reißt der ſchöne Wahn entzwei. Und was den Vater

ſeiner Frau anbelangt, ſo könnte die Stunde auch kommen, in

e ſein der er ſagt, ſprich mir von allen Schrecken des Gewiſſens, von meinem Vater ſprich mir nicht!“

Rath„Daß der Verwalter ein Schuft iſt, glaube ich auch, aber ich

s dem zweifle ſehr, daß man ihm das jemals beweiſen wird.“

„Der Krug geht ſo lange zu Waſſer, bis er zerbricht.“

„Wortmann iſt mit allen Hunden gehetzt“

„Abwarten!“ ſagte Auerbach lakoniſch.„Ich möchte dieſen Burſchen nicht in der Familie haben!“

„Bah, was kümmert es uns!“ erwiderte Willy.„Mir wird er nicht mehr über die Schwelle kommen, er weiß, was ihn in

wären, dieſem Falle erwarten würde. Werden Sie heute nicht auſſtehen?“ kungen„Der Doctor hat's mir verboten. Ich ſoll Waſſer und Hafer⸗

ſchleim trinken, aber ich glaub' nicht, daß ich mich viel darum beß kümmere. Die Aerzte ſind mehr oder weniger Ignoranten, ſie jnt wollen Alles kennen und wiſſen gar nichts. Und wenn Jemand

vierzig Jahre alt geworden iſt und dann noch nicht ſeinen Kör⸗

„