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Gerſchts, wenn ich einem ſolchen Manne als Ankläger gegenüber ſtehe? Der Advokat des Verklagten wird behaupten, ich ſei ein Vagabund, und einem Vagabund könne Niemand Glauben ſchen⸗ ken und—“
„Recht muß Recht bleiben.“
„Jawohl, aber die Richter verlangen Beweiſe und da habe ich eben nichts weiter, als mein Wort und meine Ehre einzuſetzen. Und wer glaubt dem Wort eines Vagabunden? Wenn der Herr Baron von Oſthofen behauptet, er ſei der Reiter nicht geweſen, ſo werde ich mit meiner Klage abgewieſen, und Jedermann wird mich ſortan einen Verleumder nennen.
Der junge Mann blickte fin ſter vor ſich hin.
„Schon der Name Oſthofen genügt, mir das Blut ſiedend heiß in die Stirne zu treiben,“ ſagte er,„was dieſe Familie mir angethan hat, das kann ſie niemals verantworten.“
„Sehr richtig!“
„Und deshalb kennt mein Haß gegen ſie keine Schranken!“
„Du weiſt noch nicht Alles, was ſie Dir angethan hat!“
„Nicht Alles?“
ein.“
„Was iſt mir noch unbekannt?“
„Nichts, nichts,“ ſagte Auerbach abwehrend.„Was man nicht weiß, macht Einen nicht heiß. Arbeiteſt Du wieder?“
„Ich kann es nicht,“ erwiderte Willy, den forſchenden Blick
unverwandt auf den alten Marn gerichtet„die innere Ruhe
fehlt mir.“
„Kann's mir denken.“ —„Die Luſt zum Schaffen iſt da, ich fühle den Trieb in mir, aber wenn ich vor der Staffelei ſitze, dann muß ich ſofort wieder aufſpringen, die Erinnerung an alle Schmach, die mir wiberfahren
iſt, raubt mir den Frieden.“
„Juſt ſo erging es mir auch, als die Bande mich um mein Heiligſtes betrogen und die Hetzagd begonnen hatte. Ich hätte eine Wolluſt barin gefunden, die ganze Menſchheit zu vergiften, aber dieſer edle Vorſatz war leider nicht ausführbar, ich konnte nicht alle Brunnen auf einmal vergiſten, und wenn mir das auch gelungen wäre, gibt es doch zu viele Menſchen, die kein Waſſer trinken. An die Reiſe wirſt Du wohl auch nicht mehr denken?“


