Druckschrift 
Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 3. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
Einzelbild herunterladen

843

und 1*Na, ich denke, das war gleichgültig, ich lag auf dem Pflaſter, wele, und es war ein Glück für mich, daß der junge Mann mich be⸗ tänen gleitete, ſonſt würde ich wohl liegen geblieben ſein. Im günſtig⸗ ſten Falle hätten die Wächter mich gefunden und ins Spital ge⸗ Virſt ſchafft und derartige Anſtalten ſind mir immer verhaßt geweſen. Erſchreckt blickte Willy den Freund an. 3h⸗Sie wurden nicht verletzt? ſragte er theilnehmend. Eine Beule auf dem Schädel, das iſt Alles. Auer⸗ 15Wirklich Alles? HerrJawohl, vorausgeſetzt, daß nichts Schlimmeres nachfolgt. Hat der Arzt Befürchtungen ausgeſprochen? herzoHm, ich glaube er wünſcht mir eine Gehirnentzündung, um 8 mich gründlich zu kuriren, es gefällt ihm nicht, daß ich ein ſo Sie treuer Verehrer des Gottes Bachus bin. Er ſoll ſich nur keine alten Mühe geben, an mir iſt in dieſer Beziehung längſt Hopfen und ihre Malz verloren. Ich gebe Dir mir mein Wort darauf, hätte ich geſtern Abend nicht einen Spitz gehabt, dann wäre bei dei furcht⸗ baren Sturz mein Schädel zerſplittert, aber Kinder und Betrun⸗

kene ſallen immer glücklich.

3 Willy ſchüttelte ernſt das Haupt.

Das iſt ein ſchlechter Troſt, erwiderte er. Mag ſein, aber es iſt wenigſtens cin Troſt! Du ſiehſt, daß

26 5 ein harter Kopf auch ſeine guten Eigenſchaften hat. Und wiſſen Sie wirklich nicht, wer der Reiter war? Nur mit einem Blick habe ich ihn geſehen. Frinnerſt Du Dich

noch des Auftritts, den wir geſtern Abend mit dem pockennarbi⸗ gen Baron hatten? S Es war eine billige Rache, und auf einen Mord mehr oder

weniger wäre es dem vornehmen Herrn am Ende auch nicht an⸗ ih gekommen.

War er wirklich der Reiter? fragte Willy entrüſtet.

Ich habe ihn gleich erkannt, und in ſeinen glühenden Augen las ich auch, daß es ſeine Abſicht war, mich von den Hufen ſei⸗ nes Roſſes zertreten zu laſſen.Das iſt ihm nun freilich nicht gelungen, aber ich werde ihm auch nichts anhabenkönnen, ich habe

keine Beweiſe bafür, daß er es war, und er wird gewiß dafür ſorgen, daß er ſein Alibi beweiſen kann.

*