Druckschrift 
Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 3. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
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Ich wünſche zu wiſſen, ob er den Wein im Houſe hatte, . oder ob ihn vielleicht der uns unbekannte Beſucher mitgebracht hat.

Geſtatten Sie mir, dieſe Frage zu beantworten, ſagte der Polizeirath.Im Hauſe hatte er den Wein nicht, ſeine Verhält⸗ 5 niſſe erlaubten ihm ſolche Ausgaben nicht, überdies erinnere ich mich, daß er noch geſtern Ahend meine Frage, ob er mir ein

Glas Wein geben könne, verneinte.

Sie waren geſtern Abend auch hier? fragte der Gerichts⸗ rath raſch.

Ja, zwiſchen ſechs und ſieben Uhr. Ich war ſehr ermüdet und hätte gerne ein Glas Wein getrunken, aber Hurter behaup⸗ tete, es mir nicht geben zu können.

Sagte er Ihnen, daß er Beſuch erwarte?

Nein, es war ihm ſogar unangenehm, doß ich ihn ſobald wieder verließ. Und der Beſucher hat keinenfalls den Wein mit⸗ gebracht.

Woraus ſchließen Sie das?

a⸗Eine der beiden Flaſchen wäre bann vorher präparirt ge

3 weſen, und wir müßten in dem Reſt dieſer noch halb vollen 3 Flaſche ebenfalls Gift finden. Das ließ ſich ja ohne zu einem Argwohn Grund zu geben, machen. Die erſte Flaſche wurde ge⸗ zu meinſchaftlich getrunken, die zweite ließ der Beſucher zurück, er 2 durfte mit Sicherheit darauf vertrauen, daß Hurter von dieſer zweiten Flaſche trinken würde. Der alte Mann war kein Trin⸗ 5 ker, aber er verſchmähte einen guten Tropfen nicht. Er würde aus der vergiſteten Flaſche getrunken haben, und der Mörder hätte ſeinen Zweck erreicht. Ich vermuthe, daß der Wein in der

Nachbarſchaft geholt worden iſt.

Und wie ſollte das Gift in dieſes Glas gekommen ſein? fragte der Doctor, den es noch immer ärgerte, daß man ſeine Anſicht nicht gelten laſſen, an den Selbſtmord nicht glauben wollte.

Das kann ich freilich nicht wiſſen, erwiderte Heller achſel⸗ zuckend,aber es laſſen ſich auch über dieſen Punkt Vermuthun⸗ gen mit ziemlicher Sicherheit aufſtellen. Der Mörder kann ſein te Opfer unter irgend einem plauſiblen Vorwande bewogen haben,

das Zimmer für einen Augenblick zu verlaſſen, es bedurfte nur

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