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Er blickte auf ſeine Uhr und ſchütteite den Kopf.
„Die Beamteu laſſen lange auf ſich warten,“ fagte er un⸗ willig.
„Wir müſſen uns gedulden! Herr Baron, die Herren können nicht in jeder Minute über ihre Zeit verfügen.“
„Sie kannten den Verſtorbenen wohl ſehr genau?“
„Er wohnte noch nicht lange hier,“ erwiderte Madame Winkel „aber wir hielten gute Nachbarſchaſt.“
„Hat er Ihnen über ſeine Vergangenheit niemals Mittheilun⸗ gen gemacht?“
„Selten, er ſchien darüber nicht gerne zu reden, und mit neu⸗ gierigen Fragen mochte ich ihm nicht läſtig fallen.“
„War er geſtern Abend nicht bei Ihnen?“
„Nein.“
„Er hat Ihnen auch nicht geſagt, daß er günſtige Ausſichten ſür ſeine Zukunft habe?“
„Ich erinnere mich einer ſolchen Aeußerung nicht. Seine Ver⸗ hältniſſe ſchienen keineswegs glänzend zu ſein, er mußte ſich in ſeinen Bedürfniſſen ſehr einſchränken, aber er klagte nicht, dazu war er zu ſtolz.“
„Hat er nie mit Ihnen über Hoffnungen geſprochen, die er auf mich ſetze?“
„Nein, einmal erwähnte er, die Barone von Oſthofen hätten ihm mit Undank gelohnt, er habe Ihnen eine glänzende Exiſtenz geopfert, aber weiter wollte er ſich darüber nicht auslaſſen.“
„Es war eine Lüge, er hat nur geerntet, was er ſäete, und wenn die Erute ſeinen Wünſchen nicht entſprach, ſo lag die Schuld an ihm ſelbſt. Er wollte mir heute wichtige Mittheilun⸗ lungen machen, hat er auch davon Ihnen nichts geſagt?“
„Nein, ſeine ſchwache Seite war es überhaupt nicht, viel zu reden.“
Die Unterredung wurde in dieſem Augenblick durch den Ein⸗
tt des Polizeiraths Heller unterbrochen.
Madame Winkel kannte ihn, ſie ging lebhaft ihin entgegen.
„Sie kommen zur rechten Zeit,“ ſagte ſie,„wiſſen Sie ſchon was ſich zugetragen hat? Ich bitte um Eutſchuldigung! Herr Ba⸗ ron Udo von Oſthofen— Herr Polizeirath Heller!“
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