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Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 3. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
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Indeß, es konnten auch endre Gründe vorliegen, die ihn ver⸗ hinderten, ſein Verſprechen zu erfüllen; Hurter konnte plötzlich erkrankt ſein, man durfte erſt dann urtheilen, wenn man darüber Gewißheit hatte.

Baron Udo hatte endlich das Haus erreicht, er ging hinein und ſtieg die Treppen hinauf, auch er ſuchte, wie ſein Bruder am Abend vorher, die Wohnung des Hofmeiſters unter dem

In ſchmalen, dunkeln Gange begegnete ihm eine Frau⸗ er fragte ſie nach der Wohnung Hurters.

Die Frau zeigte ſchweigend auf ſeine Thüre, der Baron klopfte an.

Keine Antwort erfolgte.

Der alte Herr wird ausgegangen ſein, ſagte die Frau.

Baron Udo wandte ſich zu ihr um und ließ den Blick for⸗ ſchend auf ihr ruhen.

Sie mochte die Vierzig kaum überſchritten haben, ihr Wuchs war ſchlank, ihre Haltung imponirend, und ihre feinen Zügen zeigten noch jetzt deutliche Spuren früherer Schönheit aber dane⸗

ben auch die unverkennbaren Merkmale einer ſtürmiſchen von ſtür⸗

miſchen Leidenſchaften und drückenden Sorgen durchflochtenen Ver⸗ gangenheit. Darauf deutete auch ihr Anzug, der früher wahr⸗ ſcheinlich in den Salons der feineren Kreiſe Bewunderung erregt hatte.

Frau Winkel! ſagte die Frau mit einer leichten Ver⸗ beußuns

Der Baron verbeugte ſich ebenfalle, aber er ſchien es für

überflüſſig zu halten, dieſe Höflichteit zu erwidern, und ſich nun auch vorzuſtellen.

Sie glauben, daß er ausgegangen ſei? erwiderte er.Wiſſen Sie es beſtimmt?

Ich habe ihn heute Morgen noch nicht geſehen.

Sie wohnen jedenfalls ſien Mademe?

Neben ſeinem Zimmer.

Baron Udo klopfte noch einmal an, dann legte er ſeine Hand

auf die Schloßkrücke. Ueberzeugen wir uns, ſagle er ruhig, indem er die Türe

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