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nen möglicherweiſe mir Schwierigkeiten begegnen, bei deren Bethei⸗ ligung Du mir hinderlich ſein würdeſt. Ich werde Dir ſofort telegraphiren, wenn ich Cäcilie gefunden haben, Du erfährſt alſo das Reſultat kaum eine Stunde ſpäter, damit kannſt Du Dich begnügen.“
„Die Ungeduld und Ungewißheit—“
„Du mußt ſie bezwingen, Adelaide, die Reiſe würde Dich auch nicht beruhigen, ſondern nur noch Deine Erregung ſteigern. Und es iſt beſſer, daß Du Dir das erſparſt. Hurter hat überdies mir geſagt, die ſtrengſte Verſchwiegenheit ſei nothwendig, damit die Frau Grimm nicht gewarnt werde. Daraus geht hervor, daß das Weib hier Freunde hat, und es läßt ſich erwarten, daß dieſe Freunde uns beobachten. Reiſen wir beide zuſammen ab, ſo könnte das Verdacht erregen, und der Telegraph arbeitet raſch.“
Die Baronin blickte ven alten Herrn beſorgt an, ſie ſchien an dieſe Möglichkeit noch nicht gedacht zu haben.
„Ich kann mir in der That nicht wohl denken, daß Alles ſich ſo verhalten ſoll, wie Hurter behauptet,“ nahm der Baron wieder das Wort.„Der Haß der Wärterin gegen Dich mußte doch im Laufe der Zeit verrauchen und das Kind izr zur Luſt fallen, ſie mußte ſich ſagen, daß wir ihr Strafloſigkeit zuſichern würden
er Bedingung uns die Tochter zurückgeben
wenn ſie nur unter dieſ wollte—“
„Auch dieſe Gründe ſind zu ſchwach, um darauf Zweifel ſtü⸗ tzen zu können,“ unterbrach Baroneſſe Adelcide ihn.„Hatte die Frau einmal das Verbrechen begangen, dann fürchtete ſie auch die Folgen eines Geftändniſſes zu ſehr, als daß ſie ſich zu einem ſol⸗ chen hätte entſchließen können. Und ſie durfte auch nicht hoffen, daß wir ihr Strafloſigkeit zuſichern würden.“.
„Wir hätten es gethan!“
„Wer weiß, Udo! Wir können es mit Sicherheit nicht behaup⸗ ten, denn dieſe Frage iſt nie an uns herangetreten. Es war ein zu ſchändliches Verbrechen, wir können es nie verzeihen. Und es wäre auch unmöglich geweſen, die Sache geheim zu halten, unſre Freunde und Bekannte würden Aufſchluß über das plötzliche Er⸗ ſcheinen des verſchwundenen Kindes gefordert haben, und das Ge⸗ richt hätte jedenfalls die Verfolgung der Wärterin beantragt.“


