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Bertram gab unten den Wächtern die nöthige Weiſung, dann eilte er hinaus.
Ein Arzt wohnte in der Nähe, er war ſofort bereit, den jungen Mann zu dem Patienten zu begleiten.
Und als Bertram jetzt in das Zimmer trat, in welchem der Verwundete lag, fühlte er ſich durch die Unordnung, die hier herrſchte und die armſelige Ausſtattung unangenehm berührt.
Auch der Arzt ſchüttelte den Kopf, während er den Blick prü⸗ fend durch das Zimmer ſchweifen ließ. Dann trat er an das ärm⸗ liche Lager des alten Mannes.
„So hätte ich es mir doch nicht gedacht,“ ſagte er mit einem halb fragenden, halb vorwurfsvollen Blick auf Laura, ſind Sie die Tochter dieſes Mannes?“
Dem Mädchen war das Blut in die Wangen geſtiegen.
„Ich wohne hier in demſelben Hauſe,“ erwiberte ſie.
„Hm— eine angenehme Krankenſtube iſt dieſes Zimmer nicht.“
„Ich habe hier oft aufräumen und ordnen wollen,“ ſagte Laura,„aber Herr Auerbach verbot es mir, es mußte Alles ſo liegen und ſtehen bleiben, wie es lag und ſtand.“
„Für einen Sonderling habe ich ihn immer gehalten,“ nickte der Doctor,„ſchade um ihn, daß er ſo heruntergekommen iſt. Aber jetzt bitte ich um Waſſer und etwas alte Leinewand.“
Er beugte ſich über den Verunglückten und unterſuchte die Kopfwunde, Auerbach öffnete für einen kurzen Moment die Augen, ſchloß ſie aber ſofort wieder.
Der Arzt ſchüttelte mit einer ſehr bedenklichen Miene das Haupt.
„Die Sache iſt ziemlich bedenklich,“ ſagte er leiſe,„der An⸗ prall des Pferdes muß ungemein wuchtig geweſen ſein.“,
„Fürchten Sie für ihn?“ fragte Bertram beſorgt.
„Ich kann darüber jetzt noch nichts ſagen, vollſtändige Ruhe und eine gut⸗ Pflege ſind vor allen Dingen erforderlich.“
„Beides ſoll er haben.“
„Kann er es hier finden?“
„Meine Braut und ich werden dafür Sorge tragen.“
„Ihre Braut?“ fragte der Arzt erſtaunt.


