Druckschrift 
Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 2. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
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Wenn Sie das glauben in Gottes Namen! Ich will Ihnen gewiß das Beſte wünſchen, ſchon ihrer zukünftigen Gattin wegen, aber wäre ich an Ihrer ſo nürde ich mir auf dieſe Erbſchaft keine Hoffnung machen.

Sie glauben alſo in allem Ernſte, daß mein Oheim mir nichts hinterlaſſen wird?

Hinterläßt er kein Teſtament, ſo faut Ihnen der ganz Rih⸗ laß zu, im anderen Falle aber werden Sie wahrſcheinlich gar nichts erhalten. Die Verlobung mit einem unbemittelten Mädchen hat Ihnen bei ihm den Hals gebrochen.

In dieſem Augenblick ſchlugen raſche Hufſchläge an das Ohr der beiden Wanderer, und da ſie in der Mitte der Straße gingen, wollten Sie eben auf die Seite treten, als ein Reiter mit vechäng⸗ tem Zügel an ihnen vorbeiflog.

Der junge Mann hörte einen Fluch, in demſelben Augenblick ſah er ſeinen Begleiter niederſtürzen, aber ehe er ſich des Vor⸗ gefallenen klar wurde, war der Reiler ſchon in der Ferne ver⸗ ſchwunden.

Er beugte ſich über den Maler; aus einer Kopfwunde blu⸗ tend, lag Auerbach bewußtlos auf dem Pflaſter.

Hatte der Reiter ihn abſichtlich niedergeritten, oder war dieſes Unglück nur einem Zufall zuzuſchreiben? Weshalb hatte der Reiter ihnen nicht zugerufen oder gewarnt? Er mußte die bei⸗ den Geſtalten jedenfalls bemerkt haben, und ſelbſt nach dem Un⸗ glück noch wäre es ſeine Pflicht geweſen, anzuhalten und ſich nach dem Verunglückten zu erkundigen.

Indeß eine Abſicht ließ ſich nicht wohl annehmen, eher konnte man vermuthen, daß das Pferd mit dem Reiter durchgegangen war, und der letztere keine Gewalt über ſein Roß hatte.

En lich erſchienen einige Nachtwächter, der alte Mann war noch immer bewußtlos.

Einer von ihnen hatte ebenfalls den Reiter geſehen, ihm ſogar zugerufen, er ſolle in den Straßen langſamer reiten, aber erkannt hatle er ihn nicht.

Was nun?

Sollte der Verunglückte ins Spitl oder in ſeine Wohnung gebracht werden?

S.