Druckschrift 
Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 2. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
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Wie groß iſt es? Etwa ſechehundert Thaler.

Hm, viel iſt das nicht, aber es kann im Laufe der Zeit ſich beſſern.

Dieſe Hoffnung iſt zu unſicher, als daß man darauf das Geſchick eines jungen Ehepaares gründen dürfte.

Vertrauen Sie ſo wenig darauf, daß dieſe Hoffnung ſich er⸗ füllen wird?

Keineswegs, aber ich ziehe das Sichere dem Unſicheren vor.

Und wo bietet ſich Ihnen das Sichere?

Hm, wenn mein Oheim

Für dieſe Hoffnung gebe ich keinen Heller, ſpottete Auerbach. Der alte Schwanenthal iſt Ihnen nicht grün.

Das mag ſein, aber er hinterläßt keinen andern Erben.

Er kann ſein Vermögen jeder beliebigen Perſon vererben, er kann es zu wohlthätigen Zwecken beſtimmen, kurz, es liegen ſo viele Möglichkeiten vor, daß ich Ihnen den guten Rath gebe, auf dieſe Erbſchaft gar keine Hoffnung zu bauen.

Der junge Mann war ſtehen geblieben, betroffen blickte er den Maler an.

Hat er Ihnen vielleicht geſagt, was er mit ſeinem Nachlaß beabſichtigt? fragte er.

Nein, aber ich kenne meine Pappenheimer!

Bah, er denkt nicht an das Ende, alſo wird er auch keine Beſtimmungen für dasſelbe treffen.

Er wird an das Ende denken, ſobald Alter und Schwachheit ihn daran erinnern, erwiderte Auerbach in warnendem Tone, und mit dieſen Plagen ſtellen auch in der Regel die Diener der Kirche ſich ein, namentlich bei ſolchen Leuten, die etwas be⸗ ſitzen.

Von ihne nwill mein Oheim nichts wiſſen!

Vertrauen Sie darauf nicht, es iſt noch nicht zu ſpät für ihn, ein frommer Mann zu werden, und die Kirche hat einen großen Magen.

Sie wollen mich erſchrecken, ſagte Schwauenthal, und ſeine zitternde Stimme ließ erkennen, daß die Worte des alten Mannes ihre Wirkung nicht verfehlt hatten,aber Alles, was Sie da be⸗ haupten, iſt völlig aus der Luft gegriffen.