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vor dem Geſetz Achtung haben ſollt!“ erwiderte der Gerichtsrath ernſt und ſcharf.„Bedenkt das und betragt Euch anſtändig!“
„Was hab' ich mit dem Gericht zu ſchaffen?“ brummte der Wilddieb mit einem trotzigen Blick auf den Förſter.„Mir kann Niemand etwas beweiſen.“
„Tretet hieher! Wie heißt Ihr?“
„Franz Stellmacher.“
„Wie alt?“
„Dreiundvierzig Jahre.“
„Ihr ward früher in dem Dienſt des Herrn Barons von Oſthofen?“
„Jawohl.“
„Weshalb wurdet Ihr entlaſſen.“
„Weiß ich nicht,“ erwiderte der rothe Franz trotzig. Der Ver⸗ walter muß es wiſſen, es geſchieht Manchem Unrecht, was fra⸗ gen die Herren danach, wenn die Knechte unter die Füße getreten werden.
Der Richter blickte ihn ſcharf an, aber der Vagabund ſchlug die frechen Augen nicht nieder.
„Der Grund der Entlaſſung iſt Euch wohl bekannt,“ ſagte er, „Ihr wart ſtets ein Händelſucher, und Eurer Unverträglichkeit wegen mußtet Ihr entlaſſen werden.“
„Da wiſſen Sie mehr als ich.“
„Ruhig! Dieſer Unverträglichkeit wegen wanderte auch ein gewiſſer Bender nach Amerika aus, ſeine Frau hatte vor Euch keine Ruhe—“
„Der Lump!“ brauſte der Wilddieb auf. Wer mich wüthend machen will, der muß mich nur an dieſen Schuft erinnern!“
„Womit habt Ihr nach Eurer Entlaſſung Euch ernährt?“
„Na, ich hab' gearbeitet, wo ich Arbeit fand.“
„Man behauptet, Ihr hättet—“
„Herr Richter, was die Leute behaupten, darauf kann man nichts geben,“ ſagte der Vagabund haſtig, und abermals ſtreifte ſein rückiſcher Blick den Förſter und den Verwalter.„Wenn man einem Menſchen bitteres Unrecht angethan hat, dann ſucht man Alles hervor, um ihn ſo ſchwarz zu machen, wie man nur einen Menſchen machen kann!“
„Ihr ſeid einmal ſchon als Wilddieb erwiſcht worden“


