Druckschrift 
Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 1. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
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ſie nicht bei ſich. Uebrigens wußte er, daß Bender eine Büchſe neben ſeinem Bette ſtehen hatte.

Das wußte er? fragte der Richter, die Brauen empor⸗ ziehend.Wer hat es ihm geſagt?

Bender ſelbſt.

In Ihrer Gegenwart?

Jawohl.

Der Unterſuchungsrichter ſprach leiſe einige Worte mit dem Staatsanwalt, gleich darauf ging der Polizeicommiſſar hinaus.

Das Verhör des Bauern Steffen ergab keine weiteren Re⸗ ſultate, der Richter fand in demſelben nur eine Beſtätigung alles deſſen, was der Wirth ausgeſagt hatte.

Eine Durchſuchung des Raumes und der nächſten Umgebung des Sommerhauſes lieferte ebenfalls keine Beweiſe. Es ſtand feſt, daß Florian Bender erſchoſſen und beraubt worden war, und daß der Mörder ſich dabei der Büchſe bedient hatte, die dem Ermordeten zur Sicherung ſeiner eigenen Perſon anvertraut ge⸗ weſen war.

Aber Spuren, die auf die Perſon des Mörders hingedeutet hätten, fanden ſich nirgend, der Verdacht, der ſich gegen den

rothen Franz richtete, ſtützte ſich bis jetzt nur noch auf Ver⸗

muthung.

Könnte der Mörder ſich nicht vor Ankunft ſeines Opfers verſteckt haben? nahm Baron Udo das Wort, als eine Pauſe in den Verhandlungen eingetreten war.

Und wo könnte er ein ſolches Verſteck gefunden haben? fragte der Staatsanwalt.

Dort iſt eine Fallthüre, ſie führt in einen kleinen gewölbten Raum

Das läßt ſich nicht wohl annehmen, erwiderte der Majo⸗ ratsherr raſch.Von dieſem Verſteck hatte der Wilddieb keine Kenntniß.

Ueberdies war es auch unnöthig, ein Verſteck zu ſuchen, wenn er die Thür offen wußte, ſagte der Unterſuchungsrichter.

Der Staatsanwalt beſchloß nichtsdeſtoweniger, den Kellerraum zu unterſuchen, ſeinem Verlangen wurde Folge gegeben, aber man fand auch hier keine Beweiſe, die gegen den rothen Franz zeugen konnten.