Druckschrift 
Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 1. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
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der Kommiſſar unterſuchte die Taſchen des Erſchoſſenen, es wurde weder Geld noch Geldeswerth in ihnen vorgefunden.

Sie wiſſen ganz beſtimmt, daß Bender als er Ihr Haus verließ, das Gold noch beſeſſen hat? fragte der Unterſuchungs⸗ richter den Wirth.

Ich hab's mit eigenen Augen geſehen.

Wie viel war's etwa

Hm, ſo genau kann ich das nicht beſtimmen, gber zwanzig Goldſtücke waren es ſicher.

Un welcher Art waren die Goldſtücke?

Das weiß ich nicht.

Waren es engliſche, franzöſiſche oder deutſche? Sollte er denn nicht einmal mit einem ſolchen Goldſtück ſeine ganze Zeche bezahlt haben?

Das hat er allerdings vor einigen Tagen gethan, es war ein Pfund Sterling.

Alſo engliſches Geld! ſagte der Unterſuchungsrichter be⸗ friedigt.Herr Baron erinnern Sie ſich, dem Ermordeten Gold gegeben zu haben?

Nein, erwiderte der Majoratsherr gemeſſen.

Sie ſprachen vorhin von einer Unterſtützung, die Sie ihm gegeben haben.

Ich gab ihm einige Banknoten.

In welchem Betrage?

Es können vielleicht dreißig Thaler geweſen ſein.

Und wie erklärte er Ihnen den Erwerb dieſes Geldes? wandte der Richter ſich zu dem Wirth.

Er behauptete, der Herr Baron habe es ihm gegeben, er könne ſo viel bekommen, wie er haben wolle.

Das ſind Prahlereien, ſagte Baron Edmund achſelzuckend. Wenn Bender mir auch drüben das Leben gerettet hat, ſo be⸗ rechtigte ihn dies doch nicht zu derartigen Redensarten.

Sie haben ihm alſo das Geld nicht gegeben, und doch be⸗ ſaß er eine anſehnliche Summe, wie der Zeuge behauptet, es wäre im Intereſſe der Unterſuchung wünſchenswerth, daß die Richtigkeit der Zeugenausſage feſtgeſtellt werden könnte, da es faſt den Anſchein gewinnt, daß es ſich hier um einen Raubmord handle.