Druckschrift 
Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 1. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
Einzelbild herunterladen

420

überzeugen, ob Bender den Muth haben werde, dieſes Sommer⸗ haus zu verlaſſen, wenn draußen ein Schuß falle. Da glaubte ich nun, der Förſter habe durch dieſen Schuß ſich die Ueber⸗ zeugung verſchaffen wollen.

Sie hätten ſofort nachſehen ſollen! Erſt heute Morgen gin⸗ gen Sie in den Park, nicht wahr?

Jawohl, eine innere Unruhe drängte mich doch nachzuſehen.

Und dieſe Unruhe trieb Sie auch, in dieſes Haus zu gehen?

Ja, nickte der Verwalter,einen beſtimmten Verdacht hatte ich nicht, umſomehr erſchrack ich, als ich die Leiche ſah.

Sagte der Ermordete geſtern Abend Ihnen, er habe mit dem rothen Franz Streit gehabt?

Nein, aber er hat früher einmal ſeinen Haß gegen ihn mir gegenüber Luft gemacht.

Sprach er eine Drohung aus?

Allerdings.

Wann haben Sie den rothen Franz zuletzt geſehen?

Das iſt ſchon ſehr lange her.

Bender war damals noch nicht zurückgekehrt?

Nein, es war auch zwiſchen uns keine Rede von ihm.

Der Mann iſt Ihnen als roh und rachſüchtig bekannt nicht wahr?

Er war immer ein roher, wüſter Geſelle, in Folge deſſen mußte ich ihn auch entlaſſen.

Ein Polizeidiener meldete dem Commiſſar, daß der Schenk⸗ wirth und der Bauer Steffen zur Stelle ſeien, der Unterſuchuns⸗ richter ließ den Wirth eintreten um ihn zu verhören.

Die Ausſagen des Wirths mußten den Verdacht, daß der rothe Franz der Mörder ſei, beſtätigen.

Der letztere ſolle den Streit begonnen und Bender gereizt haben, er hatte offenbar beabſichtigt, ſeinen Gegner zu Thätlichkeiten herauszufordern.

Auf zwei Punkte in dieſen Ausſagen legte der Richter beſon⸗ deres Gewicht.

Wie der Wirth behauptete und Steffen ſpäter beſtätigte, hatte der Ermordete ſeinem Gegner eine Handvoll Goldſtücke ge⸗ zeigt, und man durfte wohl annehmen, daß dadurch die Habgier des rothen Franz geweckt worden war.

wyr

ver rich

Go

9