in Deine Hände niederlegen zu können, aber da dies, wenn wir uns auf den Boden des Geſetzes ſtellen wollen, nicht geſchehen kaun, ſo erachte ich es für meine Pflicht, alles aufzubieten, um meinen Erben das Majorat im beſten Zuſtande zu hinterlaſſen. Ich denke, damit wirſt Du einverſtanden ſein, und deshalb bitte
ich Dich noch einmal, von der Auszahlung eines Kapitals abzu⸗ ſehen, damit das Gut nicht zu ſehr belaſtet wird.“
Die Ankunft der Gerichtsbecnten brach in dieſem Augenblick die Unterredung ab. 5
Der Unterſuchungsrichter mit ſeitem Actuar, der Staatsanwalt, ein Polizeicommiſſar mit mehreren Gensdarmen waren eben vor dem Schloſſe eingetroffen, der Majoratsherr mußte ſie empfangen.
„Sei ſo gut und bleibe mir zur Seite,“ wandte Baron Ev⸗ mund ſich zu ſeinem Braßer, nachdem ein Diener die Herren an⸗ gemeldet hatte,„ich bin mit den Landesgeſetzen ganz unbekannt, und dieſe Beamten ſind mir Fremde Perſonen.“
Der Unterſuchungsrichter zund der Staatsanwalt traten ein, letzterer war ein noch junger Beamter, der erſtere im Amte bereits ergraut.
Nachdem die Herren ſich einander vorgeſtellt hatten, äußerte der Majoratsherr ſein Bedauern darüber, daß ein ſo unangeneh⸗ mes Ereigniß die erſte Veranlaſſung zu ſeiner Bekanntſchaft mit den Gerichtsherren ſei
Er war dieſen Herren gegenüber ſo außerordentlich liebens⸗ würdig und zuvorkommend, daß Baron Udo, der ſeinen Bruder von dieſer Seite noch nicht kannte, ſein Erſtaunen darüber nicht verhehlen konnte.
„Mir ſelbſt iſt der Vorfall außerordentlich unangenehm,“ ſogte er,„aber bei dem Haß, den der Mörder gegen den Erſchoſſenen hegte, hätte man dieſes Ende vorausſehen können.“
„Sie wiſſen bereits, wer der Mörder iſt?“ fragte der Staats⸗ anwalt haſtig.
„Ich bitte um Verzeihun ich hatte im erſten Augenblick teine Ahnung davon, die Vermethungen meines Verwalters zeigten mir eine Spur, deren Richtigkeit ich nicht bezweifeln kann.“
„Und auf wen deutet dieſe Spur hin?“ erwiderte der Unter⸗ ſuchungsrichter
„Ich möchte nicht gerne den Verdacht auf einen tann len⸗


