Druckschrift 
Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 1. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
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die

ſein, hema

das noch lieber ſein. Dann aber bitte ich Dich, die Anordnun⸗ gen, Aenderungen und Umgeſtaltungen, die ich für nöthig erachte, nicht zu kritiſiren.

Der Majoratsherr hatte die letzten Worte in einem ſcharfen Tone geſprochen, ſie klangen faſt wie ein Befehl.

Baron Udo zuckte leicht zuſammen, ſein Antlitz war todesbleich geworden.

Welche Vorſchläge haſt Du mir zu machen? fragte er in kühlem Tone.

Ich würde Dir eine jährliche Rente von dreitauſend Thaler zahlen.

Und wenn ich ein Kapital, welches dieſer Rente entſpricht, vorzöge?

Der Majoratsherr wiegte nachdenklich das Haupt, und die Schatten, die ſein Geſicht umwölkten, wurden noch dichter.

Du weißt ſelbſt, daß ich kein baares Geld beſitze, ſagte er, ich müßte alſo, uin Deinen Wunſch zu erfüllen, das Majorats⸗ gut mit Hypothekſchulden belaſten. Das thue ich nicht gerne, und Du würdeſt Dich anch nicht dazu entſchließen können. Wenn ich ſterbe, ſo fällt das Majorat an Dich oder an Deinen Sohn und Euch Beiden würde es auch nicht angenehm ſein, alsdann ein mit Schulden belaſtetes Gut übernehmen zu müſſen. Aus dieſem Grunde wäre nach meiner Meinung die Rente vorzuziehen.

Baron Udo ſtand in Nachdenken verſunken. So raſch konnte er ſich nicht entſchließen, und das Drängen des Bruders gerade in dieſem Augenblick hatte eine Verſtimmung in ihm wachgerufen, die ſich auch ſo leicht nicht überwinden ließ.

Der Majoratsherr beobachtete ihn verſtohlen, er las in dem wechſelnden Ausdruck des Geſichts die Gedanken, welche die Seele ſeines Bruders bewegten.

Was Bruno betrifft, ſo werde ich natürlich auch für ihn ſorgen, fuhr er fort,er iſt ja der künftige Erbe des Majo⸗ rats, und dem Majoratsherrn liegt es ob, dafür zu ſorgen, daß ſein Erbe in einer ſeinem Stande en Weiſe auftritt. Die Mittel zu ſeiner Reiſe werde ich ihm zur Verfügung ſtellen, und auch ſpäter nach ſeiner Rückkehr ſollen ihm genügende Mittel zu Gebote ſtehen, natürlich den Einnahmen des Majorats ent⸗ ſprechend. Ich bitte Dich, überlege Dir das, und wenn mein