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Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 1. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
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Und Du warſt auch zu nachſichtig gegen dieſe Burſchen. Damals, als der Wilddieb ertappt wurde, hätte man ihn in's Gefängniß bringen müſſen, mit ſolchen Leuten darf man kein Mitleid haben.

Baron Udo preßte die Lippen aufeinander, der Vorwurf ſchien ihn zu erbittern.

Man kann darüber verſchiedener Anſicht ſein, erwiderte er, und aus dem Mitgefühl darf man Niemand einen Vorwurf machen Im Gefängniß wäre der Mann auch nicht gebeſſert worden, im Gegentheil

Wenn man nach ſolchen Grundſätzen handeln will, lieber Udo, dann muß man den Menſchen Alles durchgehen laſſen, dann werden die Gerichte und Gefängniſſe überflüſſig. Und wegen der Aufnahme Benders glaube ich mich nicht rechtfertigen zu müſſen⸗ Wenn ein Mann Dich aus einer Lebensgefahr gerettet hätte, ſo würdeſt Du ihn auch nicht fallen laſſen, möchte er auch noch ſo tief ſinken.

Das allerdings nicht, aber ich würde mich damit begnügen, dem Manne eine Geldſumme zu zahlen und es alsdann ihm über⸗ laſſen, mit dieſem Gelde ſeine Exiſtenz zu ſichern.

Damit wäre einem ſolchen Manne in keiner Weiſe geholfen.

Aber die Pflicht der Dankbarkeit wäre vollſtändig erfüllt.

Der Majoratsherr warf unter den buſchigen Brauen hervor einen finſteren Blick auf ſeinen Bruder, dann zuckte er die Achſeln.

Man kann auch über dieſen Punkt verſchiedener Anſicht ſein, ſagte er,und ich glaube, es iſt beſſer, wir brechen dieſes Thema ab. Haſt Du über meinen Vorſchlag nachgedacht?

Baron Udo blickte befremdet auf.

Welchen Vorſchlag meinſt Du? erwiderte er.

Wegen der Rente. Ich habe Dir damals geſagt, daß es nicht in meiner Abſicht liege, Dich von hier zu vertreiben, daß es mir ſogar ſehr angenehm ſei, wenn Du mit Deiner Familie unter meinem Dache bleiben wolleſt. Du ſelbſt wünſchteſt eine Auseinanderſetzung

Ich erinnere mich nicht, dieſen Wunſch ausgeſprochen zu haben, fiel Baron Udo ihm in die Rede.

Nun, wenn es ſo bleiben ſoll, wie es iſt, dann wird mir

eworden. Velch

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