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Bruder, der an der Unterlippe nagend, finſter vor ſich hinblickte.
„So iſt es!“
„Und was brach'e ihn auf die Idee, im Sommerhauſe nach⸗ zuſehen?“
Baron Udo blickte auf, wie Einer, der aus einem ſchweren, verworrenen Traume erwacht.
„Der Verwalter hörte geſtern Abend im Park einen Schuß fallen, das veranlaßte ihn heute Morgen, nachzuſehen, und viel⸗ leicht war es nur ein Zufall, daß er bei dieſer Gelegenheit in das Sommerhaus hineinging. Ich habe ſofort Befehl gegeben das Haus zu bewachen und Niemand hineinzulaſſen, bis die amten eintreffen.“
„Könnte nicht ein Selbſtmord vorliegen?“
„Wie der Verwalter behauptet, nein.“
„Und weshalb hat der Verwalter nicht geſtern Abend ſofort nachgeforſcht?“
„Ich weiß es nicht, er hat ſich über dieſen Punkt noch nicht geäußert.“
Der Majoratsherr trat an's Fenſter und blickte lange ſinnend hinaus, zwiſchen den zuſammengezogenen Brauen zeigte ſich eine tiefe Falte.
„An dem Florian Bender iſt freilich nichts verloren,“ nahm Baron Udo wieder das Wort,„aber für uns iſt dieſer Vorfall ſehr unangenehm. Ich will Dir keinen Vorwurf machen, Edmund, aber es wäre nach meinem Dafürhalten beſſer geweſen, Du hätteſt den Vagabund nicht aufgenommen, ſelbſt wenn Du ihm wegen irgend eines Dienſtes Dant ſchuldeteſt.“
„Was habe ich denn mit dieſer Sache zu ſchaffen?“ erwiderte Baron Edmund, und in dem Tone ſeiner Stimme lag eine un⸗ verkennbare Gereiztheit.
„Nichts, ich gebe das zu, aber der Haß zwiſchen dieſen Män⸗ nern war Dir bekannt, er bewog Dich ſogar, dem Erſchoſſenen die Stelle eines Unterförſters zu geben.“
„Nicht doch! Ich hegte dieſe Abſicht nur deshalb, weil ich Bender für den geeigneten Mann hielt, der Wilddieberei ein Ende zu machen. Der alte Förſter hat nicht die nöthige Energie, oder er liegt mit den Burſchen unter einer Decke.“
„Leberecht war ſtets ein ehrlicher, zuverläſſiger Diener!“


