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Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 1. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
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ſeinen Bruder, der mit wachſendet Ungeduld ſeiner Heimkehr ge⸗ harrt hatte.

Baron Udo, der ſonſt ſo ruhig und gemeſſen war, den ſo leicht nichts aus der Faſſung bringen konnte, bemühte ſich ver⸗ geblich, ſeine Erregung zu verbergen, ſie gab ſich kund in ſeinem ganzen Weſen, in den erſten Worten die er an den Bruder richtete.

Ich bin bereits unterrichtet, ſagte der Majoratsherr, wäh⸗ rend er den Hut ablegte und die Glaceehandſchuhe auszog, Joſeph begegnete uns vorhin, für mich war dieſe Nachricht ein Blitz aus wolkenloſer Höhe. Man ſpricht ja bereits von dem rothen Franz?

Baron Udo nickte zuſtimmend.

Der Verdacht mußte auf ihn fallen, erwiderte er e Burſche ſuchte geſtern Abend in der Schenke Händel mit dem Erſchoſſenen, es ſoll zu einem ſehr heftigen Wortwechſel gekom⸗ men ſein, der in Thätlichkeiten ausgeartet wäre, wenn die übrigen Gäſte nicht die Beiden getrennt hätten.

Oh, dann iſt die Sache ja ziemlich klar! ſagte Baron Edmund lebhaft.Ich kenne zwar den rothen Franz nicht, kann mich auch ſeiner nur noch dunkel erinneren, aber der Verwalter ſprach einmal über ihn, er nannte ihn einen rohen jähzornigen Menſchen.

Das war er allerdings, indeß dieſer Mord iſt unter Um⸗ ſtänden verübt, die auf einen ſolchen Burſchen kaum ſchließen laſſen. Der Vagabund wurde in ſeinem Bette erſchoſſen.

Ein ironiſcher Zug umzuckte die Lippen des Majoratsherrn.

Und weshalb ſollte der rothe Franz zu dieſer That nicht fähig geweſen ſein? erwiderte er,Jemanden in ſeinem Bett, alſo im Schlaf niederzuſchießen, iſt doch wahrlich kein Kunſtſtück, dazu gehört weder Muth noch raffinirte Schlauheit.

Aber es fragt ſich, wie der Mörder in das Sommerhaus hineingekommen iſt!

Nun, darüber werden wir wohl durch die gerichtliche Unter⸗ ſuchung Auſſchluß erhalten. Haſt Du die Leiche geſehen?

Nein.

Der Verwalter ſoll die erſte Entdeckung gemacht haben? fragte Baron Edmund mit einem forſchenden Blick auf ſeinen

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