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Klara hatte bisher ſinnend in die Ferne geblickt, jetzt heftete ſie die ſchönen Augen voll und ernſt auf den Vater.
„Und Du glaubſt wirklich an ihren Kunſtſinn?“ erwiderte ſie.
„Gewiß! Zweifelſt Du daran?“
„Ja, ich habe die Gewißheit erhalten, daß ſie in ihrem Ur⸗ theil keineswegs ſelbſtſtändig iſt. Wie ich Dir ſchon nach nei⸗ ner erſten Begegnung mit ihr ſagte, baſirt dieſes Urtheil auf einſtudirten Phraſen und dafür habe ich heute Beweiſe erhalten.“
„Beweiſt nicht die Einrichtung des Hauſes das Gegentheil?“
„Iſt dieſe Einrichtung Ihre eigene Schöpfung?“
„So ſagte mir ihr Vater!“
„Ich glaube es nicht, aber wenn es wahr iſt, dann zeugt dieſe Einrichtung nicht von einem feinen Kunſtgeſchmack.“
„Du willſt nun einmal nicht loben und anerkennen.“
„Ich tadle die Ueberladung, die Oſtentation, mit der man ſeinen Reichthum zeigt. Ich kann kein anderes Urtheil fällen, und Du ſelbſt wirſt zugeben müſſen, daß die Einrichtung dieſes Hauſes bedeutend ſchöner und wohlthuender ſein würde, wenn ſie nicht ſo überladen wäre.“
Der Baron ſchwieg, das Urtheil ſeiner Tochter ſchien ihn unangenehm berührt zu haben.
„Ich hoffe, daß mein Wunſch dennoch in Erfüllung gehen wird,“ nahm er nach einer Weile wieder das Wort, es iſt mein Wunſch, daß Du mit Fräulein Becker Dich befreunden mögeſt, die Beweggründe habe ich Dir ja genannt.“
„Ich muß ſie zuvor noch näher kennen lernen!“
„Dazu wirſt Du Gelegenheit finden, wenn ſie uns beſucht. Kommt dort nicht Joſeph?“
Der alte Kammerdiener hatte bereits den Wagen bemerkt, er gab dem Kutſcher ein Zeichen, daß er halten möge, der Baron beugte ſich hinaus.
„Haben Sie mir etwas zu melden?“ fragte der Majoratsherr.
„Es iſt leider keine angenehme Nachricht,“ erwiderte Joſeph zögernd.
„Nun heraus damit! Meinem Bruder iſt doch kein Unglück begegnet?“
„Das nicht, aber—“
„So reden Sie doch!“ ſagte der Baron ungeduldig.
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