Druckschrift 
Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 1. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
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die mein Bruder ſich während meiner Abweſenheit um die Ver⸗ waltung des Gutes erworben hat. Ich kann da nicht mäkeln und feilſchen, das liegt überdies nicht in meinem Charakter

Wenn Sie wünſchen, daß ich die Verhandlungen führen ſoll

Nein, Herr Commerzienrath, das muß unter uns Beiden perſönlich geordnet werden, Udo würde mir's übel nehmen, wenn ich ihm in dieſer delikaten Angelegenheit einen Vermittler ſchicken wollte. Ich werde einer Summe von fünfzigtauſend Thaler be⸗ dürfen.

Wann wünſchen Sie das Geld zu erhalten?

Vielleicht morgen ſchon.

Gut, es ſoll morgen bereit liegen. Wenn Sie wünſchen, daß ich es Ihnen hinausſchicke

Ich ziehe vor es hier perſönlich in Empfang zu nehmen.

Wie Sie wollen!

Die Hypothek könnte dann erhöht werden.

Wozu? ſagte der Bankier raſch.Mir genügt eine ein⸗ fache Quittung von Ihrer Hand!

Vergeſſen Sie nicht, daß ich einer weiteren namhaften Summ zur Renovation des Schloſſes bedarf! erwiderte der Baron in ſcherzendem Tone.Die Einnahmen der nächſten Jahre werden, wohl dazu verwandt werden müſſen.

Das Geld, welches Sie dafür anlegen, iſt nicht verloren; Knnſtſchätze behalten immer ihren Werth. Und ich gebe Ihnen Recht, das Schloß bedarf einer Renovation. Aber, daß Sie ſich dabei ganz von dem Geſchmack des Malers Rodenberg leiten laſſen wollen, gefällt mir doch nicht.

Der Majoratsherr ſchüttelte den Kopf, und wieder ſtreifte ſein Blick die Thüre.

Der Maler ſcheint Ihnen nicht gefallen zu haben, ſagte er,zürnen Sie ihn, weil er es ablehnte, ein Bild für Sie zu malen?

Es war keineswegs höflich, daß er mir die ablehnende Ant⸗ wort gab, und auch die Weiſe in der er es that, hatte etwas Verletzendes.

Wenn Sie ihn näher kennen lernen, werden Sie finden, daß er ein ſehr liebenswüniger Mann iſt.

Der Baſtard. 26