Druckschrift 
Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 1. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
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Bender den Muth haben werde, aus dem Sommerhauſe heraus zu treten, wenn er draußen einen Schuß höre.

Dieſe Erinnerung beruhigte ihn, jedenfalls hatte der Förſter den Schuß abgefeuert, vielleicht um den Majoratsherrn zu über⸗ zeugen, daß er ſich auf die Wachſamkeit des Vagabunds nicht ver⸗ laſſen könne.

18. Kapitel.

Mord.

Vor dem Hauſe des Bankiers Auguſt Becker hielt die Equi⸗ page des Majoratsherrn von Oſthofen. Baron Edmund hatte ſeine ſchöne Tochter die elegante Treppe hinauf in das Bondoir Roſa's geführt und nach einem kurzen Geſpräch mit der letzteren war er wieder hinuntergeſtiegen in das Kabinet des Hausherrn, der ſich über dieſen Beſuch außerordentlich überraſcht zeigte.

Ich habe Klara zu Ihrer Fräulein Tochter hinaufgebracht, ſagte der Majoratsherr, während er auf dem ſchwellenden Polſter eines Seſſels Platz nahm,während die beiden Damen ſich über die Kunſt unterhalten, wollen wir, voraus geſetzt, das ich nicht ſtöre, einige geſchäftliche Angelegenheiten ordnen.

Sie ſtören niemals Herr Baron! erwiderte der Bankier mit einem Lächeln geſchmeichelter EFigenliebe.Sollten auch wirk⸗ lich einige Geſchäfte zu erledigen ſein, ſo habe ich dafür ja meine Leute, auf die ich mich verkaſſen darf. Bitte, bedienen Sie ſich.

Der Baron griff in das ihm angebotene Käſtchen und holte eine Sige heraus, die er mit vornehmer Nachläſſigkeit anzün⸗ dete, dann lehnte er ſich in den Seſſel zurück⸗

Alſo zur Sache! ſagte er.Mein Verwalter hat Ihnen zwar noch kein Geld eingehändigt, indeß die Zahlungen werden in

der nächſten Zeit erfolgen.

Das hat ja durchaus keine Eile.