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ido ruhig,„und ich will ſofort vorausſchicken, daß wir Brüder enander ſtets fern geſtanden haben. Die Mutter hatten wir rüh verloren, und unſer Vater kümmerte ſich gerade nicht ſon⸗ erlich um unſere erſte Erziehung. Der Hofmeiſter, der dieſe Er⸗ ziehung leitete, war eine ſelbſtſüchtige Natur; er ſuchte und ver⸗ tand es, meinen Bruder, den künftigen Majoratsherrn, eng an ſich zu feſſeln, offenbar in der zuverſichtlichen Hoffnung, dadurch ſich felbſt eine ſorgenfreie Zukunft zu ſichern. Und ſchlug ſpäter dieſe Hoffnung ihm fehl, ſo war das ſeine eigne Schuld, die Schuld ſeiner Erziehungsmethode, die Edmund auf jenen Weg bringen mußte, auf dem er das Glück ſeines Lebens verſcherzte. Ich hatte raſch die Abſichten des Hofmeiſters durchſchaut und konnte meine Abneigung gegen ihn nicht überwinden, ſo blieb ich ihm und dadurch auch meinem Bruder fern, der ſeinerſeits nichts that, das Band brüderlicher Liebe feſter zu knüpfen. Mein Vater war ein ſcharfer Beobachter, er entdeckte bald den innern Zwie⸗ ſpalt, und hätte er den Hofmeiſter entlaſſen, ſo wäre Alles beſſer geworden. Aber der Schleicher hatte ſich zu feſt in die Gunſt des alten Herrn eingeniſtet, und ſo mußte ich denn das Feld räumen. Ich wurde in eine ziemlich weit entfernte Stadt ge⸗ ſchickt, dort ſollte ich das Gymnaſium beſuchen; einem Vetter meincs Vaters, einem alten penſionirten Oberſt, war meine Ueber⸗ wachung und fernere Erziehung anvertraut. Der alte Herr mochte ein wackerer Haudegen geweſen ſein, aber mit ſeiner mili⸗ täriſchen Strenge richtete er bei mir wenig oder gar nichts aus, und die Berichte, die er über mich nach Oſthofen ſchickte, mögen wohl nicht immer glänzend geweſen ſein.“
„Udo!“ ſagte die Baroneſſe in warnendem Tone.
Ein heiteres Lächeln umſpielte die Lippen des Majoratsherrn, während er ſeine Gattin fragend anblickte.
„Weshalb ſoll ich das leugnen?“ erwiderte er.„Ich habe die Ehre meines Namens und das Wappen meiner Väter ſtets rein erhalten, aber wenn's einen luſtigen Knabenſtreich galt, dann ſchloß ich mich nicht aus, und ſpäter auf der Univerſität war Ude Hon Oſthofen ein flotter Bruder Studio. Verzeihe mir, wenn ich mich da etwas burſchikos ausgedrückt habe, die Erinne⸗ rung an meine Studienzeit hat mich dazu verleitet. Wber ich walte jn en niht von mir, fondern von Edmund reden. Seit⸗


