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ihr erhalten zu haben. Das weiß die ganze Stadt, und ins⸗ beſondere wiſſen es Diejenigen, die ihr näher zu treten verſuchten. Ich bin gewiß kein Freund ihrer Mutter, im Gegentheil, die alte Frau gefällt mir gauz und gar nicht, aber das muß ich ihr zum Lobe nachſagen, daß ſie mit gewiſſenhafter Treue die Unſchuld und Ehre ihrer Tochter bewacht.“
„Ich will das Alles ja zugeben und Deinem Urtheile über Arabella gern beipflichten, aber wenn tückiſche Bosheit einen Menſchen ſteinigen will, ſo findet ſie überall Steine genug.“
„Gewiß, nur fragt es ſich dabei, ob ſie ihre Berechtigung zu ſolcher Steinigung beweiſen kann, oder nicht. Für mich begann, wie mir das erſt jetzt klar wird, die Steinigung ſchon in der Schule. Man ließ mich meinen Weg gehen, weil man vielleicht nicht den Muth hatte, mir offen entgegen zu treten, aber Keinem meiner Kameraden fiel es ein, mir eine freundſchaftliche Theil— nahme zu zeigen. Ich weiß es noch ſehr gut, daß ei er dieſer Knaben, der eine Käferſammlung beſaß, einen ſeltenen Käfer zu erhalten wünſchte, und daß ich, um dieſen Wunſch zu erfüllen und in der Hoffnung, mir dadurch einen Freund zu erwerben, mit raſtloſem Eifer die Büſche durchſtreifte, bis es mir gelungen war, den Käfer zu finden. Und was war der Lohn für meine Mühe? Der Knabe ſah mich erſtaunt an und ſagte mir, er nehme von Anderen kein Geſchenk an, aber er ſei bereit, mir einige Groſchen für das Thier zu zahlen. Ich konnte mir die Urſache dieſes verletzenden Benehmens nicht erklären, aber ich zertrat den Käfer vor ſeinen Augen und wandte ihm ſchweigend den Rücken, ſeitdem haben wir nie wieder ein Wort miteinander geſprochen.“
Frau Magdalena ſchüttelte den Kopf, als ob ſie ihre Miß⸗ billigung ausdrücken wolle, und dabei ſtreifte ihr Blick verſtohlen das bleiche, finſtre Geſicht des Sohnes.
„Vielleicht wurde durch dieſe Zurückſetzungen die Schule mir verleidet,“ fuhr Willy fort,„und nun begann eine andere Aera für mich. Ich erinnere mich noch des Tages, an dem der wun⸗ derliche Maler, dieſes verkommene Genie, die Wohnung in unſerm Hauſe bezog. Robert Auerbach war damals ſchon ein Vagabund, aber er beſaß ein unlengbares Talent und das gereichte mir zum Segen. Auch er wäre ohne Zweifel ein berühmter und geachteter Künſtler geworden, wenn nicht auch auf ihm der Fluch der Paria


