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„Nein, nein, aber ich habe oft darüber nachdenken müſſen, woher es wohl komme, daß Du mir niemals von meinem Vater erzählt haſt!“
„Was iſt da zu erzählen! Er hat mich kurz nach Deiner Ge⸗ burt verlaſſen und— aber ich bitte Dich, Willy, wozu dieſe trüben Gedanken? Der heutige Tag iſt ein Freudentag für Dich—“
„Auch Du weichſt mir aus,“ unterbrach der junge Mann ſie erbittert.„Wo ſoll ich Gewißheit finden, wenn Du ſie mir ver⸗ weigerſt? Ich hatte nie eine Ahnung davon, daß ein ſolcher Fluch auf mir ruhen könne, jetzt aber wird mir Manches klar, was bisher mir dunkel blieb. Ich erinnere mich jetzt manches Achſelzuckens, mancher verletzenden Zurückſetzung deren Bedeutung ich nicht erforſchen konnte, ich konnte nur vermuthen, daß ich mir erſt dann volle Achtung und Gleichberechtigung mit den höheren Ständen verſchaffen würde, wenn ich mir einen berühmten Namen erworben habe. Und nun ich im Begriffe ſtehe, die Leiter des Ruhmes hinanzuſteigen, ſtößt der erſte Ariſtokrat, der mir begegnet, mich rauh hinunter mit dem höhniſchen Bemerken, ich ſei nicht berechtigt, nach einem ſolchen Ziele zu ſtreben. Und hinter ihm ſteht das ſchroffe Vorurtheil der ganzen Menſchheit, ich bin zu ſchwach, den Kampf mit dieſer Macht aufzunehmen.“
„Dir zur Seite ſteht Dein Talent—“
„Und glaubſt Du wirklich, dieſes Talent gebe mir eine wirk⸗ ſame Waffe? Wenn die Schmach einer unehelichen Geburt auf meinem Namen ruht, Mutter, dann—“
„Willy, Du beleidigſt mich!“ rief Frau Magdalena, die jetzt ihre Faſſung wiedergefunden hatte.„Was ich über Deinen Vater Dir mittheilen durfte, das habe ich Dir geſagt, mehr zu erfahren, ſollſt Du nicht verlangen, und wenn ein böſer Menſch Dich läſtert, ſo denke an jenen griechiſchen Weiſen Ariſtippus: Du kannſt ſchimpfen, das hängt von Dir ab— daß mein Ruf aber ein guter iſt, das hängt von mir ab.“
„Und iſt das die einzige Erwiderung, die Du mir geben tannſt auf meine Frage?“ erwiderte der Maler mit wachſender
Erbitterung.„Nun, dann mögen Alle über mich herfallen, ich rann ihnen nicht wehren.“
„Den böſen Zungen kann überhaupt Niemand wehren,“ ſagte die Mutter„und jeder gu“⸗ Menſch wird Dir ſeine Achtung nicht


