Druckschrift 
Der Bastard oder eine Mutter aus dem Volk und der Mann von Adel. 1. Bd.
Entstehung
Düsseldorf [o.J.]
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Wirſt Du mir nicht zürnen, wenn ich eine Frage an Dich richte, die Du vielleicht indiscret findeſt? ſagte er tief auf⸗ athmend.

Frau Magdalena ſah ihn betroffen an, ſo ernſt hatte ſie ihren Sohn nie geſehen.

Das kommt auf die Frage ſelbſt an, erwiderte ſie.

Es iſt nur die eine: Trage ich den Namen meines oder Deines Vaters?

Todesbläſſe überzog das Antlitz der Mutter, voll Angſt und Beſtürzung ruhte ihr ſtarrer Blick auf dem Sohne, in deſſen Zügen eine düſtere Entſchloſſenheit ſich ſpiegelte.

Wie kommſt Du auf dieſe Frage? erwiderte ſie mit zittern der Stimme.

Ich muß Dich bitten, mir eine offene Antwort darauf zu geben.

Du mußt das? Aus welchem Grunde?

Man hat mich Baſtard genannt, ſagte Willy, den Blick ab⸗ wendend,ſoll ich, darf ich ſchweigen zu dieſem Schimpf?

Und wer hat Dir dieſen Schimpf angethan?

Ein Baron von Oſthofen!

Ein leiſer Schrei entfuhr den Lippen der Frau Magdalena. War es ein Schrei der Ueberraſchung oder der Entrüſtung?

Baron von Oſthofen! widerholte ſie leiſe.Was führte Dich mit ihm zuſammen?

Er war vorhin bei mir, um mich zu fragen, ob ich ihm mein Gemälde verkaufen wolle, er traf Fräulein Grimaldi in meinem Atelier, die kurze Abfertigung, die ſie ſeiner faden Schmeichelei zu Theil werden ließ, empörte ihn, und im Zorne darüber hat er. wie es mir ſchien, abſichtlich das Wort geſprochen, welches mich ſo tief verwunden ſollte.

Frau Magdalena rang noch immer nach Faſſung und Ruhe.

Und Du glaubſt ihm? fragte ſie.

Ich habe den Beweis der Wahrheit gefordert

Er konnte ihn Dir nicht geben, erwiderte die Mutter raſch, er am wenigſten. Mir allein mußt Du vertrauen, blick zurück in Dein ganzes vergangenes Leben und ſage mir, ob Du irgend etwas findeſt, ſei es in meinem Lebenswandel oder in Deiner Er⸗

ziehung, was mir zum Vorwurfe gereichen könnte!