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gebung eine in der That intereſſante Gruppe, an der ein ſcharfer Beobachter reiche Studien machen konnte.
Die Puppe hatte den Arm drohend erhoben, und in ihrer Hand blitzte die Klinge eines Dolches, aber das lächelnde Wachs⸗ geſicht mit den ſtarren, blauen Augen und den rothen Wangen machte dabei einen ganz komiſchen Eindruck, es paßte durchaus nicht zu der drohenden, heraus fordernden Haltung. Hinter der Puppe hingen verroſtete Waffen aus uralten Zeiten, Hellebarden, Morgenſterne und breite Ritterſchwerter, kunſtloſe Lanzen und Pfeilbogen wilder Volksſtämme, ſelbſt der Tomahawk, die Streit⸗ axt der nordamerikaniſchen Indianer, fehlte nicht in dieſer Tro⸗
vphäengruppe, deren Mitte ein Ritterſchild bildete.
Und unten vor der Gliederpuppe ſtanden auf einem alter⸗ thümlichen Tiſchchen zwei hohe, mächtige Humpen neben einem großen Steinkruge, und als jetzt der Blick Arabella's dieſe ge⸗ waltigen Trinkgefäße ſtreifte, über denen die Puppe gleich einem Engel der Rache ſchwebte, glitt plötzlich wieder ein heiteres Lächeln über ihr Antlitz.
„Ihr Beſuch gilt ohne Zweifel Herrn Rodenberg, dem ſoeben
preisgekrönten Künſtler,“ ſagte ſie, ſich leicht verneigend,„da will ich denn nicht ſtören, auf Wiederſehen, meine Herren, im Conzert⸗ iale!“ Dieſe Antwort kam ſo ganz unerwartet, daß der Baron eine geraume Weile erſtaunt auf die Thüre blickte, hinter der die Sängerin verſchwunden war, indeß der Offizier, raſcher gefaßt, ſich zu dem Maler wandte, in deſſen Zügen er eine leiſe Schaden⸗ freude über dieſe Niederlage leſen mußte.
„Ich wünſche Ihnen Glück zu dieſer Preiskrönung“ ſagte er, und es lag eine wohlthuende Herzlichkeit in dem ſonoren Klang ſeiner Stimme, wie in der biederen Offenheit, mit der er dem Maler die Hand reichte,„ich habe in der Kunſtausſtellung oft vor Ihrem Gemälde geſtanden und in dem Gemälde ſelbſt den Maler bewundert, daraus entſtand denn das Verlangen, die perſönliche Bekanntſchaft des talentvollen Künſtlers zu machen.“
Baron von Oſthofen hatte ſich jetzt auch von ſeinem Erſtaunen erholt, ein finſterer Blick voll Aerger und Groll traf aus ſeinen dunklen Augen den Maler.


