Signora Arabella Grimaldi hat Ihnen wohl, wenn auch mit andern Worten, daſſelbe geſagt?“ fragte er ſpöttiſch.
„Signora Grimaldi iſt meine Jugendfreundin„ antwortete Willy ruhig, aber das Blut ſtieg ihm doch in die Wangen, als er ſetzt den ungläubigen Blick des Barons bemertte.„Wir waren ſchon miteinander befreundet, als ſie noch das Conſervatorium, ich die Akademie beſuchte,“ fuhr er mit ſchärferer Betonung fort,
„und an dieſer Freundſchaft werden wir feſthalten in allen Zeiten.
und Verhältniſſen.“
Der Baron mochte wohl die Warnung herausfinden, die nicht in dieſen Worten allein, ſondern auch in dem Blick, der ſie be⸗ gleitete lag, er ſchlug die Augen nieder und drehte an den Spitzen ſeines Schnurrbarts.
„Ich bin in der Abſicht gekommen, Sie zu fragen, ob und zu welchem Preiſe Sie das preisgekrönte Bild verkaufen wollen,“ ſagte er iſ hochfahrendem Tone.„Papa unterſtützt gerne den ſtrebſamen Künſtler, er würde nicht abgeneigt ſein das Bild zu kaufen, wenn der Preis nicht gar zu hoch geſtellt id.“
Willy fühlte ſich unangenehm berührt, ihm gefiel dieſer Ton nicht, vielleicht auch hatte die Preiskrönung ſelbſt die ſtolze Zu⸗ verſicht in ihm geweckt, daß er jetzt der Unterſtützung nicht mehr bedürfe.
„Eine beſtimmte Antwort kann ich Ihnen auf dieſe Frage noch nicht geben,“ erwiderte er kalt,„durch die Preisvertheilung hat der Kunſtverein das erſte Anrecht auf den Antauf meines Gemäldes erworben, alſo muß ich abwarten, ob er dieſes Recht in Anſpruch nehmen will.“
„Darüber könnten Sie ſich durch eine Anfrage ſe r bald Ge⸗ wißheit verſchaffen,“ ſagte Ferdinand von Falkenberg,„der Kunſt⸗ verein kann nicht verlangen, daß Sie warten ſollen, bis es viel⸗ leicht nach Jahr und Tag ihm gefällt, eine Entſcheidung zu treffen. Dadurch würden Ihnen die Hände gebunden—“
„Nicht doch, Herr Lieutenant,“ fiel Willy ihm in die Rede, „dieſe Entſcheidung muß auf Grund der Stagiten des Vereins binnen vier Wochen getroffen werden.“
Der Baron hatte ſein goldnes Lorgnon anf die Naſe ge⸗ klemmt, und einen prüfenden Blick auf das Gemälde geworfen, welches auf der Staffelei ſtand..


