Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

234

kann, aber ſonſt auch weiter nichts, denke Dir aber nun einen ſolchen Vollblut⸗Engländer, wie mein Vater iſt, tändeln, ſpielen, das iſt geradezu unmöglich; und ihm zu zeigen, daß ich bereits aus den Kinderſchuhen her⸗ ausgetreten bin, dazu habe ich den Muth nicht. Es iſt in der That ſonderbar, daß ich, die ſonſt ſo Entſchloſſene, meinem Vater gegenüber ſcheu, ja, ich kann ſagen, feig mich fühle, ſoll wohl das die Urſache ſein, daß ich vor ihm ein Geheimniß habe, ein Geheimniß, deſſen Ver⸗ lautbarung einen fürchterlichen Riß in das zarte Band zwiſchen Vater und Tochter machen würde, nein, er darf es nicht erfahren und was ſoll er denn nicht erfahren? Iſt denn Alles mehr als ein Traum? Man iſt erwacht, der Traum vorüber bald auch vergeſſen.

Doch, was faſele ich da? Will ich Dir will ich mir ſelbſt etwas weiß machen? Es nützt doch nichts. Ich fühle mich ſehr unglücklich, und es iſt daher ſehr gut, daß ich nicht immer allein bin. Freilich kann und darf ich mit Jeſſie darüber nicht ſprechen, ach, hätte ich meine Helene in Neu⸗York wie mildernd iſt es, wenn man einer Freundin erzählen kann aber Jeſſie, das gute Kind, würde mich nicht verſtehen, und ſo be⸗ gnüge ich mich, mit ihr die engliſche Sprache zu ſtudiren, ſie bat mich auch um das Franztöſiſche, wahrſcheinlich,