es nicht,“— ich verlange es durchaus nicht zu erfahren,— habe ihn auch nie um derlei gefragt—————
Glaubſt Du, daß er ſich bemühte, meine Liebe zu gewinnen? Nein. Im Gegentheil, er war zurückhaltend, förmlich,— aber es gab Augenblicke, wo er ſich ſelbſt zu vergeſſen ſchien,— und ich wußte es bald, daß er mich liebe;— es half ihm nichts, daß er ſich beherrſchte, um mir es zu verbergen— ich wußte es doch———
Aber!— je mehr Frank in meiner Zuneigung ſtieg, deſto mehr ſchien er in der Gunſt meiner Großeltern ab⸗ zunehmen. Dieſes ſchmerzte mich Anfangs, als ich es be⸗ merkte; dann aber, nach einiger Ueberlegung, fand ich es natürlich.
Mein Großvater iſt ein Mann von hundert guten Eigenſchaften des Herzens,— er iſt freigebig ohne Grenzen, gutmüthig bis zur ängſtlichen, faſt kleinlichen Sorgfalt, die jedes Wort abwiegt, bevor es geſprochen iſt, um ja nicht die Gefühle eines Andern zu verletzen,— er iſt ſo wahrhaft theilnehmend, daß er bei den Leiden Anderer gewöhnlich mehr leidet, als dieſe ſelbſt;— aber er iſt adelsſtolz, ſo ſtolz, als nur immer ein franzöſiſcher Comte ſein kann, und er iſt jetzt vielleicht ſo mehr, da ſeine finanziellen Verhältniſſe in Folge mehrer politiſchen Ereigniſſe, an denen er lebhaften Antheil genommen hatte, ſehr geſchmälert ſind. Beinahe mit ängſtlicher Pünktlichkeit


