Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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ſam es auch ſcheinen mag, abergläubiſch. Er war ruhig, ernſt, nachdenkend, gründlich, entfernt von jeder eiligen und verwirrten Unbeſtimmtheit des Urtheils, welche häufig der Einbildung geſtattet, die Stelle der Vernunft einzunehmen, und doch war er abergläubiſch. Er war eines jener Beiſpiele von Widerſprüchen, denen wir ſo häufig begegnen, und die wir, wenn wir uns ſelbſt prüfen wollen, in uns ſelbſt treffen. Er war mein Lehrer, mein Erzieher konnte es da anders ſein, daß ich manche ſeiner Eigenſchaften annahm? es wäre nur zu wünſchen, daß ich weniger flüchtig geweſen, und mehr Eifer zum Lernen gehabt hätte, ich müßte jetzt als ein Licht der Welt glänzen, aber daß ich von ſeinem Aberglauben etwas anzog, iſt nicht zu läugnen.

Ich ſaß noch lange am Fenſter und blickte dem Meere zu, welches ruhiger und ruhiger wurde, je mehr die Sonne heraufkam; auf eine fürchterliche, ſtürmiſche Nacht war der prächtigſte Morgen gefolgt. Und als ich ſo hinblickte, da ſtrich ein Vogel vom Meere her, gerade auf den Thurm zu, er ſegelte raſch durch die Lüfte, bald mächtig mit den weit ausgedehnten Flügeln ſchlagend, bald wieder dem Anſcheine nach ohne Bewegung, aber doch im ſchnellen Fluge, durch den Schwung, den er ſich gegeben, die Luft durchſchneidend, die Eigenthümlichkeit ſeiner Vewegung fiel mir auf, ich kannte die großen und kleinen Be⸗

1858. IV. Van Hoboken. I. 13