——
169
und Sir Francis Lovelace ſtand in der That einige Augenblicke vor dem alten Manne und blickte nicht ohne einige Rührung in das glanzloſe, nichtsſagende Auge ſeines alten Gaſtfreundes. War dieſes in der That der⸗ ſelbe, der ihn damals, zwar ohne viele Worte, aber doch mit ſo viel Herzlichkeit in der weiten Halle ſeines Hauſes empfangen hatte? Damals das Bild der Ruhe, der Ge⸗ ſundheit, des Wohlbehagens,— jetzt das Bild der nahen Auflöſung—— es mußte wohl auf das Gemüth des Kavaliers, der zwar ſtolz aber nicht herzlos war, einen Eindruck machen, und es vergingen wirklich einige Augen⸗ blicke, bevor er Worte fand:
„Guten Tag, Mynheer van Hoboken,“ ſagte er,— „Ihr genießt den ſchönen Morgen im Freien.“
„Iſt ſo mein Gebrauch,“ lallte der alte Patron, während er ſein mattes Auge auf den Fremden wandte,— „könnt es eben ſo gut haben, wenn Ihr Euch ſetzt,— ſtopft Euch eine Pfeife,— wir bauen den Tabak ſelbſt, einen guten Krug Bier könnt Ihr auch haben,— he, gute Vrow,— Katharina wo ſteckſt Du?“
Jeſſie legte ihre kleine Hand vor die Augen, eine Thräne perlte über ihre Wange herab. Frau Gertrude, die bisher eine ſtumme Zuſchauerin abgegeben hatte, miſchte ſich nun in's Geſpräch, und mit einer etwas ſchrillenden Stimme, wahrſcheinlich um ſich dem Bruder auch von der


