5— 1964— göttliche Licht des jungfräulichen Geſtirnes ſeine Melodie von allem Irdiſchen gereinigt.
Dieſe reine Luft, dieſe ſchöne Nacht, dieſes ganse friedliche und heitere Gemälde verdoppelte die Trauer der Wittwe von Ravenſtel. Dieſe Erde, auf welcher Arthur nicht mehr wandelte, hatte für ſie alle Reize verloren; dieſe Natur, die er vewunderte, war entzaubert ſeit er nicht mehr war; dieſer geheimnißvolle Mond, den er nicht mehr anſchaute, hatte auch für ſie keinen ſanften Schein mehrz Phöbe war in ihren Augen jetzt keine Fak⸗ kel der Liebe mehr, ſondern eine am Himmel hängende, nur Gräber beleuchtende Todtenkerze.
Iſolette ſchiffte nach dem Schloſſe. Wilhelm wagte nicht, ihr Nachdenken zu ſtören, und ihre ſchweigende Barke hatte bald das jenſeitige ufer erreicht.
Ein Ausruf Iſolettens machte den Krieger beben. Das Auge der Jungfrau drückte Entſetzen aus, und ihre zitternde Hand zeigte dem Seneſchal einen Felſen, deſſen Gipfel vom Monde erleuchtet ward.
Wilhelm wandt ſeine Blicke dahin. Er ſah nichts als eine Art, wie es ihn dünkte, auf den öden Stein geworfene weiße Flagge. Der Wind bewegte ihre Fal⸗ ten, und ließ ſie in der Luft flattern. Keine Stange unterſtützte, kein menſchlicher Arm bewegte ſie. Der Se⸗
neſchal betrachtete ſie mit Erſtaunen, und glaubte in ihm ein Nothzeigen zu erkennen„aber verlaſſen,
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