Teil eines Werkes 
2. Theil (1826)
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der weiße Mantel des Grafen in den Händen der Kö⸗ nigin.

Der Tag der Abreiſe war feſtgeſetzt; aber der ehr⸗ geizige Herr von Montolin, welcher darauf rechnete, eine der erſten Rollen im Geleite der Königin zu ſpie⸗ len, ward am Tage zuvor krank, und genöthigt, auf Montolin zu bleiben, konnte er weder Agneſen begleiten, noch ſeiner Tochter zur Stütze dienen. Iſolette wollte bei ihrem Vater bleiben, allein er befahl ihr abzureiſen.

Sechs milchweiße, köſtlich gezäumte Pferde waren vor den Triumphwagen geſpannt. Alle Bannerherrn des Kantons auf ihren ſtolzen Rennern, riefen die Königin mit lauter Stimme. Die Stallmeiſter und Pagen hatten ihre Plätze eingenommenz die Wache ſtand unterm Ge⸗ wehr. Die Trompeten ertönten, die Waffenherolde öff⸗ neten die Eingänge; die Volksmaſſe belagerte die Tho⸗ ren, und die Ehrendamen der Königin, mit den reichſten Gewändern geſchmückt, erwarteten ſie unter dem großen Säulengange.

Wie lange zögerte Agnes zu erſcheinen!. Am Morgen hatte ſie gewünſcht, man möchte ſie zwei Stun⸗ den allein in ihrem Betzimmer laſſen, um den Himmel vor ihrer Reiſe anzuflehen, daß er ihr die nöthigen Kräfte verliehe, ihre Beſtimmung zu erfüllen. Dieſe zwei Stunden waren längſt vorüber. Der ungeduldige Leopold eilte nach dem Zimmer, wo ſeine Schweſter