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immer davon verjagen gewollt hatten; als Gemahl for⸗ derte ſie Philipp, zärtlicher als je, mit den Worten der Liebe zurück; und um die Gräfin von Réthel für ihre Ergebenheit zu belohnen, ernannte er ſie zur Herzogin von Karency, und verband reiche Einkünfte mit dieſem Titel.
Agnes hatte das verhängnißvolle Schreiben durch⸗ geleſen, welches über ihr Schickſal entſchied..„Bewegt und ſchweigend dachte ſie tief nach... Kein äuſſeres
Zeichen verrieth ihre geheimen Gedanken. Sie war ruhig
und ſchien völlig ergeben zu ſeyn; aber in der Tiefe ih⸗ res Herzens mochte ſie irgend einen großen Entſchluß faſſen.
Agnes wußte durch fortwährenden Aufſchub ihren Aufenthalt auf Karency zu verlängern. Endlich ward nach langer Zögerung der Tag der Abreiſe beſtimmtz aber die wachſende Schwäche aller ihrer Organe hatte den höchſten Grad erreicht; ihr verſchloſſener Schmerz verzehrte ihr Lebenz auch die Kraft zu leiden hat, wie jede andere, ihre Grenzen. Die ſchöne Prinzeſſin von Meran war nur noch ein wandelnder Schatten; ihre Zü⸗ ge waren beſtändig kalt und ſtarr; nur der Gedanke ihres nahen Todes gab ihnen zuweilen den Ausdruck ei⸗ ner traurigen Zufriedenheit. Sie hatte ihre Schönheit verloren, und nur ihre Grazie behalten. Eine durch den


