Teil eines Werkes 
2. Theil (1826)
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Die Königin verließ ihren Sitz, und eilte zum er⸗ ſten Male ſeit jener fürchterlichen Epoche mit ſchnellen Schritten durch den Saal. Als ſie vor ihrer Freundin ſtand, welche die beſtürzte Menge umringte, drückte ſie ihr feurig die Hand, und ſprach mit leiſer Stimme:

Theure, gefühlvolle Freundin, ich habe Hich ver⸗ ſtandeh; gewiß, einſt haſt Du ihm dieſe Hymne ge⸗ ſungen.*

Ja, antwortete die betrübte Jungfrau:da ich ihn zum erſten Male ſah.*

Morgen, ſagte die Königin:wenn wir allein ſind, will ich ſie mit Hir ſingen.

Die Höflinge, welche Agnes beobachteten, konnten ſich ihre Trauer nicht erklären, und erſchracken vor den bedenklichen Symptomen, welche ihr nahes Ende zu ver⸗ kündigen ſchienen. Sie ſollte den Thron wieder beſtei⸗ gen, und ſtatt dem Himmel für die ehrenvolle Zurück⸗ berufung an Philipps Hof zu danken, beweinte ſie ihren Triumph, und in ihren entſtellten Zügen malte ſich nur die Verzweiflung, die ihr Innerſtes verzehrte. Diejenigen, welche um ſie waren, hatten keinen Begriff von den Lei⸗ den ihrer Seele; denn die Mehrzahl von ihnen hatten nie geliebt.

Die Tage ſchwanden; und die Königin ſchmeichelte ſich im Stillen, ihr Brief würde Philipps Entſchluß ge⸗ ändert, oder der Papſt müßte ihrer Wiedervereinigung