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Gedanken von der Geſellſchaft abweſend auf dem könig⸗
lichen Seſſel ſaß, bot der Herr von Montolin, der ſich
zum gemeinen Höfling gebildet hatte, ſeiner Tochter eine Harfe dar; und in der Hoffnung, der Königin zu ge⸗ fallen, verlangte er, daß Iſolette ſingen ſollte. Die ſanfte Jungfrau lehnte es abz aber der erzürnte Vater vefahl, und ſie mußte gehorchen.*
Sie erinnerte ſich der Hymne, welche ſie am Abend der Ankunft Arthurs auf Montolin mit ſo viel Beifall ge⸗ ſungen hatte. Sie präludirte und ſang:
„Steig' Friede/ ſteig' vom Himmel nieder ⸗ „Verbannt ſey Mißgeſchick und Krieg; „U. ſ. w.“
Aber, o Gott! wie war ihre Stimme verändert! Es waren dieſelben Worte, dieſelbe Melodie wie ſonſt, und dennoch ein ſo großer unterſchied! Es war kein Sie⸗ gesgeſang mehr, ſondern ein Grablied. Ihre Erinnerun⸗ gen ſchienen ſich ganz mit ihren Accenten verſchmolzen zu haben, und als ſie an dieſe Worte kam:
„Die Gratien haben und die Liebe
„Zur Heimat Frankreich auserwählt⸗ 3 wurden ihre Akkorde ſo traurig, daß ſie der Melodie der ſich an den Gräbern antwortenden Todtenpſalmen gli⸗ chen. Die Harfe entfiel ihren Händen und ihre Töne löß'ten ſich in Schluchzen auf.


