Teil eines Werkes 
2. Theil (1826)
Einzelbild herunterladen

0

Waſſer des See's war mit den Farben des Himmels be⸗ malt, und zwei glänzende Firmamente boten ſich zugleich den Blicken dar. Die Luft war ſanft und ſchmeichelnd; Philomele flötete in den Leſten. Das Thal gewährte ei⸗ nen zu lachenden, zu freudigen Anblick, als daß er in ſeinem Buſen einen böſen Dämon aufnehmen konnte; kein trauriges Ereigniß ſchien in dieſen köſtlichen Augenblicken und unter dieſem glücklichen Grün zu befürchten zu ſeyn.

Arthur ſtand am Fuß des Felſens, auf welchem ſich Waldburgs Wohnung erhob; er klomm den Fußpfad hin⸗ an, und ſah ſich am Ziele ſeines Weges.

Das Haus war nur ſpärlich erleuchtet; Arthur ruhte erſchöpft aus. Seine Wangen waren bleich und kalt. Das heftige Schlagen ſeines Herzens erſchreckte ihn. Er wagte es nicht, weiter vorzuſchreiten; er zählte nicht mehr auf ſeine Kräfte. Er ſetzte ſich am Fuß einer Säule nieder und gegen ſich ſelbſt erbittert, fragte er ſein In⸗ neres; aber er fand ſich ſelbſt nicht mehr, nichts in ihm gab ihm eine Antwort.

Die Sterne funkelten am Himmelsgewölbe; er ſchlug die Augen empor, aber ſeine Lippen blieben unbewegllch;z denn es war ihm in ſeiner Jugend nicht gelehrt worden, zur Zeit der Leiden zu dem großen Tröſter im unglück zu

beten. Vielleicht war es ſein Wunſch in dieſem Augen⸗ blick, aber nur zu denken war ihm unmöglich. Er hätte

.