„Herr, ich habe ſeit jener großen Begebenheit das Schloß nicht mehr verlaſſen. Ihr leidet, und ich entferne mich nicht von Euch. So lange ich für Euer Leben fürchten muß, gibt es keine Freude für mich.“
„Guter Jüngling!“ verſetzte Arthur:„Ich danke Dir.„ Geh', beſuche ſie.“
Und dann plötzlich von einem Gedanken ergriffen fuhr er fort:—„Du liebſt ſie. Sie ſoll dieſen Abend in das Schloß kommen! Geh', eile! ich will ſie ſprechen.“
Und ſchon war der Page aus dem Schloßthor.
Nicette erſchien mit der Dämmerung vor Arthur. Er war noch ſchwach und leidend. Des Mädchens An⸗ blick rief ihm tauſend ſchmerzliche Erinnerungen zurück; und nur mühſam gelang es ihm, ſeine Gedanken einiger⸗ maßen zu ordnen. „Nicette,“ ſagte er ſcheinbar ruhig:„ich habe viel gelitten, ich leide noch„ſelbſt mehr als Deine Gebieterin. Iſt ſie wieder in das Thal zurückgekehrt?“ „Edler Herr! ſie iſt bei ihrem Bruder. Der Baron Waldburg iſt dem Tode nahe; ſie wacht Tag und Nacht bei ihm in ſeinem Landhauſe, und verläßt ihn nie.“ „Haſt Du ſie geſehen?“ „Ja, Herr; ich würde ſterben, wenn man mich von ihr trennen wollte.“ „Glücktiche Ricette! ſie liebt Dich.“


