Troſtgedanken den Täuſchungen an. Er glaubte an nichts mehr, als an das unglück.
Von allen Dienern des Schloſſes ertrug er nur ei⸗ nen geduldig in ſeiner Nähez dieß war der Page Eduard, der ihm am Tage des Gerichts Nicettens Brief überge⸗
ben hatte. Seine Liebe zu der Bäuerin war ihm bekannt,
und er ſchien dadurch in ſeinen Augen zu gewinnen, Eines Morgens beim Aufgang der Morgenröthe an einem einſamen Fenſter ſitzend, ſah er das magiſche Ge⸗ mälde einer bezaubernden Natur ſich vor ſeinen Augen enthüllen. Ein leichter Zephir bewegte die Wellen des Sees. Der blaue Grund des Himmelsgewölbes war mit goldnen Wölkchen überſäet, deren unbeſtimmte Formen der Wind mit jedem Augenblick veränderte. Die den See umkränzenden Geſträuche, beſtreuten den Boden mit tau⸗ ſendfarbigen Blüthen, die in beſtändiger Bewegung ihre Farben untereinander miſchten. Die Berge ſpiegelten in nebelumflorter Ferne von Zeit zu Zeit das Purpurfeuer des Horizonts. Das Thal, gleichſam durch den ſanften Hauch des Frühlings erweitert, ſchien einen Tempel der Freude zu öffnen, und das kaum ſichtbare Wanken der Zweige des Hains, welche der Morgenwind liebkoßte, glich dem zärtlichen Klopfen eines jungen Herzens, wel⸗ ches der Gott Cytherens in ſein geheimnißvolles Glück eingeweiht hat.
—


