zu Tage mehr. Seine moraliſchen Leiden und ſeine phy⸗
ſiſchen Schmerzen rangen um ihre Beute. Das Leben
ward ihm unerträglich; er ſprach und handelte nur mit dem größten Zwang. Seine Worte folgten langſam eins auf das andere, als wenn jedes ein innerlicher Pfeil wäre, der, um über ſeine Lippen zu gehen, ſeine Bruſt durch⸗ ſiochen hätte.
Dem Zeiger einer uhr ähnlich, deren Räderwerk zer⸗ brochen iſt, achtete er nicht mehr auf die Zeit, welche verflog. Er ſchloß ſich, allen Blicken ſich verbergend, in ſein Zimmer ein. Der Sir von Montolin, Iſolette und Olburg bekamen ihn faſt nicht mehr zu ſehen. unzugäng⸗ lich, haßte er die Nähe jedes lebenden Weſens. Er zehr⸗ te ſich in ſeinen Schmerzen auf. Jung an Jahren, alt an Leiden, verwelkte er zuſehends; und ſein zerrütteter Verſtand, ſein verblühter Frühling, ſeine erſchöpften Kräfte ſchienen, ihm immer das Grab nur zeigend, ihn dem Staub geweiht zu haben,
Sich manchmal das Schweigen Alaiſen zurückrufend, die ſich vor den Richtern mit Einem Wort rechtfertigen konnte, indem ſie den Namen des Schuldigen nannte,
faßte er wohl den ſüßen Gedanken, daß ſein Schickſal
ihr nicht gleichgiltig ſey, daß ſie vielleicht ihn liebez
aber ſein Geiſt weilte nicht bei dieſem verführeriſchen Bil⸗ de; er hatte aller Hoffnung entſagt, und reihte jeden


