Teil eines Werkes 
1. Theil (1826)
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mit welchem ſich dieß räthſelhafte Weib gegenwärtig um⸗ geben hat. Ihr müßt das Verbrechen beſtrafen, der ewige Richter befiehlt es Euchz und wenn Ihr Eures er⸗ habenen Berufs würdig ſeyd, ſo muß hier der Wille Gottes vor dem Willen des Monarchen gehen.

Es handelt ſich in dieſem Augenblick nicht darum, edle Richter, was die Angeklagte früher geweſen, noch wer Theil an ihrem Schickſal nimmt. Das Wichtigſte iſt, den Mörder des Barons zu entdecken. Dieß Weib kennt ihn und weigert ſich, ihn zu nennenz man hat ſie mit Blut befleckt auf dem Felſen, wo die That geſchah, gefunden; ſie iſt die Mörderin, oder wenigſtens die Mit⸗ ſchuldige, und in beiden Fällen verdammen die Geſetze ſie zum Tode. Das Verbrechen enthüllen, und den Schul⸗ digen beſtrafen, iſt Eure erſte Pflicht. Euer Gewiſſen gebietet Euch nicht, die Meinung der Fürſten zu befol⸗

gen. Euch ollein gehört hier die Gerechtigkeit, Gott

allein die Barmherzigkeit.

Ueberall wußte der ſcheinheilige Olburg die Menſchen zu täuſchen. Der Ruf ſeiner hohen Weisheit war in der ganzen Provinz verbreitet. Seine Gelehrſamkeit hatte ihn berühmt gemacht; er war verſchmitzt; man hielt ihn für gerecht. Sein Geſpräch hatte Einfluß auf die öffent⸗ liche Meinung; einige Gemüther wurden wankend, und das Oberhaupt der Geiſtlichen fragte die Fremde: