Teil eines Werkes 
1. Theil (1826)
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Eine lange Stille ſolgte auf die Vorleſung des kö⸗

niglichen Befehls. Die Fremde hatte weder Ueberraſchung

noch Freude blicken laſſen. Sie blieb kalt und ruhig in ihre düſteren Gedanken verſunken, an der Säule gelehnt, gleichſam als wäre ſie nur in einer Sache gegenwärtig, die ſie nicht beträfe, und nicht die geringſte Wichtigkeit für ſie hätte. Unbekümmert über die auſſerordentliche Botſchaft des Königs, gleichgiltig gegen das urtheil, welches über ſie ergehen würde, eine unaufmerkſame Zu⸗ ſchauerin, hörte und ſah ſie nichts. Alle Blicke waren auf ſie gerichtet, aber keiner begegnete dem Ihrigen.

Jetzt erhob ſich der nichtswürdige Olburg; er ſah, daß Alais im Begriff war, den Sieg davon zu tragen, und das ungeheuer zitterte vor Wuth.

Erleuchtete Richter! rief er aus:das Datum des königlichen Schreibens iſt älter als Waldburgs Er⸗ mordung. Das Intereſſe, welches die edle Agnes und der König von Frankreich an dem Schickſale der Fremden nehmen, hebt die Thatſache nicht auf, welche ſie anklagt; wären ihre erhabenen Beſchützer von der Sache unterrich⸗ tet, wie ſie gegenwärtig ſteht, ſo würden ſie vielleicht die Erſten ſeyn, welche ſie verdammten, wenn ſie unter Euch ſäßen. Diener Gottes! vor Allem laßt der Gerech⸗ tigkeit ihren Lauf. Euer Tribunal iſt unabhängig von der Krone. Laßt Euch nicht durch mächtige Fürſprache

beſtechen, laßt Euch durch den Glanz nicht blenden,