ausgeſprochen, und doch wage ich es heute, allein, öf⸗ fentlich, meine Herrin zu vertheidigen!.... Dieſelbe Macht, welche mich wie auf Flügeln zu Euch her ge⸗ tragen, gab mir mit der leichten Schnelligkeit des Pfer⸗ des, die Worte des Redners ein. Werdet ihr mir den Glauben verſagen! Wie ein neuer Daniel habe ich ge⸗ ſprochenz nun richtet über ſie, der Himmel wird über Euch richten!“
Sie ſprachs; und dem ausdrücklichen Verbote des Gerichts zum Trotz, begrüßten laute, unbezähmbare Beifallsbezeigungen einſtimmig die rührende Hirtentochter, die fünfzehnjährige Improviſatrice, die kindliche Verthei⸗ digerin des unglücks und der Schönheit; die ungekünſtel⸗ te, jungfräaliche Reinheit, die, ohne Wiſſen und Füh⸗ rer, ſich als einzigen Advokaten der unſchuld aufwarf.
Ricette hatte ſich in die Arme der Fremden gewor⸗ fen.—„Ach!“ fuhr ſie mit der letzten Kraft fort: „um der Ehre der Menſchheit Willen, laßt Euch nicht verurtheilen!.5
und leblos ſank die Waiſe zu ihren Füßen nieder.
Welch ein erhabenes und rührendes Bild! Die Fremde, halb über den Körper des jungen Mädchens gebeugt, hielt deſſen Hand, und drückte ſie an ihr Herz. Wenig an glückſelige Gemüthsbewegungen gewöhnt und ohne alle Hoffnung, dergleichen noch genießen zu können, war ſie über den Reiz dieſes ſüßen Augenblicks erſtaunt⸗
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