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ſtrahl fiel auf den Pfeiler, wo ſie ſtand, gleichſam als ginge die Klarheit, welche ſie umgab, von ihr aus, und hätte alle Wolken des Irrthums zertheilt.
Eine tiefe Stille herrſchte eine Zeit lang in dem Saale, und als wäre eine elektriſche Flamme über die Verſammlung gegangen, ſo ſchlugen der Fremden alle Herzen wieder, und Bewunderung und Enthuſiasmus umringte ſie von allen Seiten.
Aber plötzlich ſich den Händen eines Wächters ent⸗ reißend, welcher am Eingange des Saals ſtand, flog ei⸗ ne junge Bäuerin auf die Fremde zu.„. Es war Ni⸗ cette. Sie theilte die erſtaunte Menge und gelang an die Erhöhung, wo die Richter ſaßen; dort ſank ſie athein⸗ los auf die Kniee und, ohne ein Wort ausſprechen zu können, überreichte ſie den Richtern eine Schrift.
Der Prior nahm das Schreiben, auf welches das königliche Siegel von Frankreich gedrückt war, öffnete es, und las mit lauter Stimme:
„Wenn meine Bitte noch einigen Werth bei dem „Volke hat, deſſen Königin ich war, ſo ehre man al⸗ „lenthalben, wo ſich die Fremde befindet, deren Le⸗ „ben, ihre Geheimniſſe, und ihr unglück.
„Die Prinzeſſin von Meran.“
Welch ein auſſerordentliches Erſtaunen ergriff alle Anweſenden. Agnes von Meran, die Gefangene auf Karency, die Gemahlin Philipp⸗Auguſts, nahm ſich


