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„Aber Ihr, unglückliche Ankläger! bedenkt, daß mein Tod auf Eure Häupter fallen, und daß der Himmel bald oder ſpät die unſchuld rächen wird. Nicht meinet⸗ wegen, ſondern wegen Eurer ſelbſt bitte ich Euch. Edle Bretagner! Nehmt Eure Reden zurück; verlaßt die Pfade der Sünde; laßt mich hier nicht die urſache Eures künf⸗ tigen Verderbens ſeyn. Ach! ohne es zu wollen, habe ich auf Erden genug Böſes gethan.
„Ich weiß, daß ich Euch verhaßt bin; doch ohne guflucht zum Verbrechen zu nehmen, werdet Ihr bald von meiner Gegenwart befreit ſeyn. Verdammt oder ge⸗ rechtfertigt, werdet Ihr mich nicht lange mehr ſehen; ich habe nur noch eine kurze Friſt zu leben, entehret daher Eure Tage nicht. Im Namen Gottes gebiete ich Euch, vor dieſem Kreuze hier, bei dem Blute des Erlöſers zu ſchwören, daß Ihr vor dieſem heiligen Tribunal die Wahr⸗ heit ausgeſagt; wer von Euch ſchweigen wird, der nimmt ſeine Reden zurück.“
Keine einzige Stimme ließ ſich hören;z kein einziger Zeuge wiederholte ſeine Beſchuldigungen. Die von ihr zuletzt ausgeſprochenen Worte hallten in dem Saale wie⸗ der, als hätte ſie der Herr ſelbſt ausgeſprochenz ſie fan⸗ den in jedem Herzen ein Echo, welches die Fremde frei⸗ ſprach. Aufrecht an eine Säule gelehnt, unbeweglich, halb verſchleiert, ſchien ſie ein himmliſcher Geiſt zu ſeyn, welcher den Richtern die Wahrheit zeigte. Ein Sonnen⸗


