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„Ihr Weiber dieſes Thals! ich rufe Eure Herzen auf. Wenn uneinigkeit in Euern Hütten herrſchte, wer hat durch Friedensworte Eure erzürnten Geiſter beſänftigt? Wenn Euch Armuth quälte, wer hat Eure Sorgen ge⸗ gemildert, und oft ſein letztes Brod mit Euch getheilt? Eure Männer haben mich nicht gekannt, aber Ihr, die Ihr in meiner Seele geleſen zur Zeit Eurer Leiden, ſprecht! glaubt Ihr mich ſchuldig?“
Sie ſprachs; ihre rührende Stimme hatte alle Zu⸗ hörer bewegt. Alle Frauen hatten ſich bei ihrem Aufrufe erhoben. Ihre Wangen waren von Thränen benetzt; und zu ſehr bewegt, um ſich in die ſtrengen Regeln, welche in dem Gerichtſaal der Abtei herrſchten, fügen zu kön⸗ nen, erhoben ſie die Hände zum Himmel und riefen:— „Richter! ſie iſt unſere Wohlthäterin! Wir bürgen für ihre unſchuld.“
„Wenn mir nur daran gelegen wäre, mein Leben zu erhalten,“ fuhr die ſchöne Angeklagte fort:„ſo wür⸗ de ich mich leicht rechtfertigen, und den abſcheulichen Verdacht von mir wälzen können; aber, ich geſtehe es, wenig iſt mir an meinem Daſeyn gelegen! Welches auch der Ausſpruch meiner Richter ſeyn möge, er iſt mir gleich⸗ giltig. Ich habe unter den Menſchen ſo viel gelitten, daß mir das Leben eine Laſt iſt. Auf ewig dem Glücke verloren, fürchte ich ein Gericht nicht, welches mir nicht mehr nehmen kann als.. das Leben.
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