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„Und ſahet Ihr auf dem Felſen keine Spur des Mörders?*
Bei dieſer Frage fühlte Olburg, der nahe bei dem Sitze der Richter Platz genommen, wie ſein Blut in den Adern zu Eis erſtarrte. Der gefürchtete Augenblick, der
Alais verderben oder rechtfertigen mußte, war da. Alais
blieb ſtumm.
Der Abt wiederholte ſeine Frage; daſſelbe Schweigen. Ein dumpfes und mißbilligendes Gemurmel lief durch den Saal. Die wärmſten Anhänger der Beſchuldigten, konn⸗ ten ſie nicht mehr vertheidigen. Die Blicke wandten ſich von ihr; die Bewunderung, die ſie erregt, der Zauber der ſie umgeben hatte, verſchwand; Alais erregte keine Theilnahme mehr.
„Ich ſehe,“ hob der Prior wieder an:„der Mör⸗
der iſt Euch bekannt. Fremde, bedenkt es wohl! den Schuldigen nicht entdecken, heißt ſich zur Mitſchuld be⸗ kennen; ſeinen Namen verſchweigen, heißt ſein Verbre⸗ chen theilen.“
„Herr ich habe nichts zu erwidern als: ich bin unſchuldig.“
„Dieſe Worte reichen zu Eurer Rechtfertigung nicht
hin. Beharret Ihr darauf, uns den Mörder zu ver⸗
ſchweigen, ſo öffnet Ihr den Abgrund zu Euern Füßen. Sprecht! oder der Tod erwartet Euch.“


