er an
de
„Nichts, als daß ich unſchuldig bin.“ „War't Ihr bei der That gegenwärtig? „Nein, ich rufe den Himmel zum Zeugen an.*
Dieſe Worte, mit dem Tone der Wahrheit ausge⸗ ſprochen, machten einen lebhaften Eindruck auf die Ver⸗ ſammlung. Der Prior fuhr fort:
„Warum rieft Ihr denn im halben Wahnſinn den Prieſtern zu: Er fiel in die Tiefe des Ab⸗ grunds. wer Ihr auch ſeyd! rettet ihn! — Wenn Ihr nichts von dem Verbrechen wußtet, wie konntet Ihr denn alſo ſprechen?*
Die Fremde antwortete nichts.
„Euer Schweigen iſt ein Geſtändniß. Erkennt Ihr dieſes Schwerdt?“
Beim Anblick des blutenden Schwerdtes ſchauderte Alais; ihr Muth verließ ſie, und mit ſchwacher Stimme ſagte ſie:
„Ja Herr!“
„Angeklagte, ſahet Ihr das Opfer?“
„Nein Herr! Ein dumpfes Geſchrei zog mich auf den Felſen, wo jener fiel, den Ihr Waldburg nennt. Ich ſah dort die Spuren eines neu verübten Verbrechens; indem ich mich an einen Felſen lehnte, färbte ich meiß Gewand mit Blut, und von Entſetzen ergriffen, n ich die Flucht.“
12*


